jähen Sturze in den Vrbas zueilt. Die Gegend ist durchwegs bewaldet und prächtiges Grün erfrischt das Auge. So erreichen wir Jezero, türkisch Gjölhissar (die Seeburg) an den Plivaseen. Das Dorf liegt inmitten uralter mächtiger Bäume, wie die kühnste Phantasie es nicht in eine schönere Lage zaubern könnte. In einem Engthal, umgeben von hohen bewaldeten Bergen, breitet sich der sogenannte untere See aus, ein tiefgrüner Wasserspiegel, wie ein echter Alpensee. Auf hohem Felsgrat werden die Trümmer der alten Veste Zaskopolje sichtbar. Am Ende dieses Sees stürzt abermals in herrlichen Kaskaden über einen breiten Riegel von Klippen das Kozluk, Vorstadt von Jajce. Wasser des gleichfalls von der Pliva gebildeten 3^2 Kilometer langen und über 600 Meter breiten oberen Sees. Eine breite Landzunge trennt die beiden Seen, in deren Wasser sich der dunkle Porica mit seiner höchsten Pyramide, dem Ottomal, spiegelt. An dieser schönsten Stelle des Pliva-gebietes stellten sich am 7. August 1878 die Insurgenten den kaiserlichen Truppen entgegen, hier wurden sie gründlich geschlagen. Jezero selbst — einst und nicht ganz mit Unrecht das »Bosnische Venedig« genannt — ist ein entzückender Ort für Sommerfrischler. Im westlichsten Winkel des Sees am rechten Pliva-Ufer erbaut, bietet es dem Mohammedaner Alles, was er zu seiner Erholung wünscht: frisches Wasser, schöne Aussicht, grüne Bäume und idyllische Ruhe. Das hat er hier und die 600 Bewohner des Ortes, die in theilweise sehr schönen türkischen Landhäusern leben, führen ein beneidenswerthes Dasein, in das allerdings die Fremden jetzt einige Störung bringen. Aber viele Tage der Woche — 452 —