Ausführung der ganzen Arbeiten zeigt, dass der Meister nicht nur die Komposition des Ornaments beherrschte, sondern sich auch in der technischen Ausführung gleichwerthig zeigte. Sauber und korrekt ist die Pinselführung in der Kontur, hier ist kein Strich mechanisch kopirt, selbst an den nebensächlichsten Theilen zeigt sich volle Empfindung für die Formen. Ilat man bereits am Eingang einen so gediegenen Eindruck von der künstlerischen Ausstattung erhalten, so hofft man auch im Innern der Dzamija einer gleichen Befriedigung theilhaftig zu werden. Leider ist dies nicht der Fall. Während draussen Sturm und Wetter an der Vernichtung gearbeitet haben, ist im Innern die Zerstörung wohl der Feuchtigkeit und sonstigen schädlichen Einflüssen zuzuschreiben. Der Eindruck ist deshalb durchaus nicht erhebend; statt farbenprächtiger Ornamente zeigen sich Fragmente der früheren Dekorationen zwischen Stockflecken, Kalkrissen u. s. w. und zeugen von dem Unverständniss der letzten Generationen, die mit geradezu stumpfsinniger Gleichgiltigkeit der Vernichtung zugesehen haben. Schlank und aufwärts strebend, rein in der Architektur, zeigt sich der Aufbau der Kanzel (minber). Bei näherer Betrachtung der Einzelheiten ergeben sich aber beträchtliche Lücken in der Ausführung. Theilweise sind die Ornamente meisterhaft und können mit der ornamentalen Malerei konkurriren, theilweise sind sie aber in ihrer Anlage wie Ausführung vollständig ungeschickt. Die arabischen Aufschriften im Innern der Moschee geben wir nach der Niederschrift und Uebersetzung des Kadi von Foca. Die Thür der Moschee hat zwei Flügel mit je vier Feldern; auf dem obersten der letzteren befindet sich links die Inschrift: »Addzilu bissalati kable el feuti«, d. i. »Eilet zu beten vor dem Tode!« Auf dem rechten Flügel dagegen:'»Addzilu biteubeti kable el meuti«, d. i. »Beeilt Euch mit der Reue vor dem Tode!« Auf der Wand oberhalb der Thür steht: »We innel mesadzide l’illah fela ted’ u me’ allahi ehaden«, d. i. »Die Moscheen (Gotteshäuser) gehören Gott, und so rufet neben Allah nicht einen anderen an!« Oberhalb der Kuppel: »Cullemah dehale alejha zekerija el mihrabe«, d. i. die Koran-Sure »Ali imran«. Um den Scheitel der Kuppel steht die Aufschrift: »Esmaul husna«, d. i. »Die 99 schönen Gottesnamen«. Am Eingänge zur Kanzel steht der Spruch: »Es giebt nur einen Gott und Mohammed ist sein Prophet.« Zum Schlüsse seien auch noch die Worte erwähnt, welche vor etwa 200 Jahren ein persischer Reisender an der Aussenmauer der Moschee unterhalb des Gesimses niederschrieb: »Sefer kerdem beher sehri residem — We lakin encunan dzaji nedidem«, d. i. »Ich bin viel gereist und kam in jede grössere Stadt, aber einen Ort wie diesen sah ich noch nie!« Von der Besichtigung des Gotteshauses die lange Strasse längs des Flusses gegen die Cehotinabriicke gehend, bemerkten wir rechter Hand ein sehr originelles Café. »Café Luft« stand mit grossen Buchstaben aufgeschrieben, und wirklich spielte sich der gesammte Verkehr im Freien ab, sogar der Kaffee wurde im Garten gekocht. Ueberall aber standen Bänke und Tische ganz nach Art der Heurigengärten um Wien und der Verkehr war ein sehr reger. Das Getränk war ganz vorzüglich. Die eine den Garten abschliessende Wand war mit Bildern aus illustrirten Blättern beklebt und die FoSaner konnten auf diese Weise die Bekanntschaft des damaligen Wiener Bürgermeisters Grübl und einer ganzen Reihe von Schauspielern machen. Während sich die Fürsorge der Landesregierung, wie bereits erwähnt, der Erhaltung des Focaner Kunsthandwerks zuwendet, hat sie auch in der weiteren Umgebung sehr segensreiche Einrichtungen geschaffen. Da liegt westlich von Foöa, auf dem Wege nach Kalinovik, tief eingebettet zwischen den Ausläufern der Zelengora und der Lelija-Planina, der Ort Jeleö, dessen — 148 —