Stadttheil am Vrbasflusse in Banjaluka. draussen vor der Stadt, im sogenannten Trn, das nur aus wenigen Häusern besteht und wohin die Archäologen die alte Stadt vor der türkischen Eroberung verlegen wollen. Jetzt ist ein grösser Bahnhof in der Stadt gebaut, dicht hinter dem »Hotel Bosna«. Am Eingänge des Ortes liegt an der breiten Heerstrasse, welche die Eisenbahn übersetzt, das Militärspital mit vielen Nebengebäuden, umgeben von neu angelegten üppigen Gärten, die Promenadenwege von Bäumen begrenzt. Dann kommt das grosse Militärlager mit seinen Baracken und Kasernen, wieder mit Gartenkultur. Jede der Baracken besitzt ihren eigenen Gemüsegarten, der stets gut gepflegt ist. Wie die römischen Legionen hat das Militär in diesem Lande arbeiten müssen, erobernd, kolonisirend und kultivirend. Neben dem Bau von Strassen und Gebäuden (ehe die Civilverwaltung eingreifen konnte) musste auch eine Gartenkultur eingeführt werden, sonst wäre die Menage sehr einförmig ausgefallen. Jetzt versteht jeder Soldat, wie er seinen Salat und seinen Kohl bauen soll und die Bosnier wunderten sich nicht wenig über die Geschicklichkeit der Truppen. Nachgeahmt haben aber gerade in Banjaluka das lohnende Geschäft des Gemüsebaues nur wenige Eingeborene; sie überlassen dies den »Schwaben« in den deutschen Kolonien an der Gradiskaner Strasse und den am rechten Ufer des Vrbas in der Nähe der Zigeuner-Mahala angesiedelten Bulgaren, welche prächtige Gartenkultur — 489 —