ä Anschaffung und an eine geregelte Anschauungsunterricht ist stets von den besten Folgen begleitet; die eingeführten Wippthaler Stiere haben den grössten Anwerth gefunden und immer mehr werden verlangt, wodurch die heimische Rindviehrasse allerdings einen bedeutend höheren Werth erhält. Die grösseren Grundbesitzer thaten sogar einen sehr origi-\ nellen Ausspruch: »Wir verpflichten uns gern, unsere einheimischen Ochsen ein Jahr lang nicht auf die Weide zu lassen, aber — ihr müsst uns dies befehlen!« Als ihnen erklärt wurde, dass es in diesem Falle ein Befehlen nicht gebe, dass nur jeden das eigene Interesse leiten müsse, schüttelten sie die Köpfe. »Was gut ist, muss doch befohlen werden, sonst wird der Geist wieder einmal schwach.« Die veranstalteten Pferde- und Rindvieh-Prämiirungen, die mehrmals im Jahre abgehalten werden, üben übrigens eine sehr erziehliche Wirkung und die nach Gacko kommenden »Falken der Schwarzen Berge« sehen mit Staunen und Verwunderung, was eine wirklich landesväterliche Regierung, auch wenn sie eine »schwäbische« ist, Gutes für die Bevölkerung stiften kann. Die neue hübsche Volksschule wird Weiteres beitragen, den Samen des Fortschrittes in die Seelen der jüngeren Generation zu pflanzen, und nach wenigen Jahrzehnten wird Niemand glauben, dass diese Gefilde mit Blut gedüngt, dass sie unter den türkischen Provinzen mit am vernachlässigtesten waren..... Und eine neue grosse Kulturthat wird gerade dem Gackopolje zu Gute kommen. Dasselbe leidet im Sommer an zu grösser Trockenheit, im Frühjahr an Ueberschwemmungen. Daher die so verschiedenartigen Ernten und die öfteren Nothstände. Diesem Uebelstande wird durch ein riesiges Stauwerk abgeholfen, wie es in Europa kaum seinesgleichen hat, nur in Belgien soll in Verviers ein ähnliches Werk sein, das die Fabriken mit Wasser versorgt. Auf dem Gackopolje wird die dasselbe bald bewässernde, bald verwüstende MuSica, die später in einem unterirdischen Schlund, einem Karstloch (Ponor) verschwindet, gebändigt, sie wird durch — 334 —