m des Herrn Kolb. Ein junger Araber in Triest. dem ich vor mehreren Jahren die dritte Inschritt gezeigt halte, übersetzte sie ganz verschieden, wahrscheinlich weil er nicht unwissend erscheinen wollte, und antwortete mir sogar auf meine Frage, wesshalb keiner von den Vielen, welchen ich solche zeigte, sie übersetzen konnte: »dass dies daher komme, weil viele ausser Gebrauch gekommene altmaurische Schrift-¿eichen Vorkommen, welche nur die Gebildeten seiner Nation kennen und verstehen.« Fahrt auf dem Kanale von Castelmiovo nach Cattaro. Die Seereise langst der Küste von Istrien und Dalmatien gewährt dem Liebhaber pittoresker Ansichten von Gebirgsgegenden, Inseln. Buchten, Häusergruppen u. s. w. vieles Schöne, aber die interessantesten Partien bietet dennoch die Fahrt auf dem Kanale von Cattaro dar. Wegen der vielen Krümmungen, welche der Kanal macht, verliert man das hohe Meer bald aus dem Gesichtskreise und glaubt auf einem See zu schwimmen. Die Wasserfläche ist hier fast immer glatt wie ein Spiegel, weil die Winde keinen freien Spielraum haben. Eine feierliche, nur durch das Plätschern der Rnderschligc unterbrochene Stille herrscht überall und schweigend wie die Nacht ist der Tag. Bis zur Kanalenge Le Catene, welche nur etwa 150 Klafter breit ist, und welche einst mittelst einer Kette sperrhar gewesen sein soll, sind die Ufer ziemlich breit, die Berge nicht hoch und ihre Abhänge terrassenförmig in Weingärten verwandelt und mit Oclhäumen bepflanzt und höher hinauf bis zu den Gipfeln bewaldet. Einzelne Häuser stehen hie und da am Ufer und fliegen wie Bilder in einer Zauberlaterne vorüber. Mit jedem Kuderschlage ändert sieh die Perspektive der Gegend. Ein schönes Bild um das andere zieht dem entzückten Blicke vorüber, gern möchte man es festhalten und länger betrachten, aber während man sich im Anschaueu desselben verfielt, erscheint ein neues, das entflohene an Neuheit und Beiz überbietend. Hat man die Meerenge Le Catene durchschifft, so erweitert sich der Gesichtskreis und die Natur nimmt einen höchst grotesken Charakter an. Zur Hechten zieht eine inässig hohe Bergkette hin, an deren schmalen Verflächung hart am Ufer des Meeres die OiischaUOn Stolivo und Perzagno liegen. Zur Linken erscheinen wie im Meere schwimmend die ’ iselchen Maria dello Searpello und der Scoglio S. Giorgio; hinter ihnen Perast9 und nebenbei die malerische, lief in das Festland hineinzicbende Bucht zwischen Perasto und Dohrota. Die majestätischen Grenzberge hinter Perasto 18 *