II. ZARA. i37 Kirchlein dem katholischen oder dem griechischen Cultus angehörte, ob sie dem Johannes Evangelist oder der Maria gewidmet war, ist noch zweifelhaft, wahrscheinlich aber ist es, dass sie dem katholischen Cultus angehört hat. Ueber allen Zweifel erhaben aber ist es, dass sie dem spätbyzantinischen Baustyl angehört,'dessen Vorbilder in der altchristlichen Kunst zu suchen sind. Der Grundriss der Kuppel hat einen Durchmesser von 5 Meter. Sie ist mit fünf kleinen rund abgeschlossenen Conchen versehen. Der Glockenthurm steht selbstständig vor dem Haupteingange; er ist durch einen Gang mit der Kirche verbunden. In der Gruft des Kirchleins hat man einen einfachen Sarkophag gefunden, der die Länge eines gewöhnlichen Menschen hat', sein Deckel ist mit einem lateinischen Kreuze versehen. Der Fussboden der Kirche ist drei Stufen tiefer als das Niveau der Bodenfläche der Umgebung. Es finden sich Spuren von abschliessenden Cancellen zur Scheidung der Geschlechter. Auch Spuren von Malereien finden sich in der Kirche. Die Fenster sind klein und halbrund abgeschlossen. Die Kirche hat eine innere bauliche Verwandtschaft mit den kleinen Kirchen in Nona und Spalato. Ueber diese Kirche berichtet Professor Danilo ausführlich im „Avvisatore Dalmato”. Schliesslich theile ich das Fragment eines Sarkophages, 2'20 Meter lang, mit, das Herr Tschaghuin in einem Hause H| vor Zara gefunden und abgezeichnet hat (Fig. 28). Es ist styl-verwandt mit allen longobardischen und römischen Denkmälern, die sich überall an der Küste der Adria finden. Das Fragment | wurde in San Donato deponirt. Aehnliche Formen sind vielfach abgebildet. Sie bestätigen nur die Thatsache, dass diese Ornamente der Kunstepoche der Völker angehört haben, welche im siebenten und achten Jahrhunderte in Istrien und Dalmatien gelebt haben. Ein nicht minder interessantes Baudenkmal von Zara ist die Domkirche, und sie würde sicher als Baumonument des Mittelalters noch in weit höherem Grade die Aufmerksamkeit der Kunstfreunde verdienen, wenn dieselbe im Innern nicht so b) Die Domkirche. Tafel IX und X.