1. ARBE. 57 an, die in der Nähe Dalmatiens liegen. Auf der Peutingersehen Tafel erscheint eine Insel Arva, südwärts von Jadera an der Küste. Noch heutzutage findet man Spuren von der Anwesenheit der Römer; es sind dies die in Farlatti’s „Illyricum sacrum” erwähnten römischen Inschriften. Doch muss bemerkt werden, dass von den sechs von Farlatti angeführten Inschriften drei verschollen und die übrigen völliger Verwahrlosung preisgegeben sind. In späteren Zeiten gehörte die Insel dem oströmischen Reiche an und empfing von dorther zuerst ihre kirchlichen und staatlichen Institutionen. In der christlichen Zeit bildete die Insel Arbe (slav. Rab) ein eigenes Bisthum, zu dessen Jurisdiction ein Theil der Insel Pago gehörte. In diesem Jahrhundert wurde das Bisthum aufgehoben und die Insel in spiritualibus unter das Bisthum Veglia, in temporalibus unter Zara gestellt. Die Geschichte der Kirche in Arbe geht in das zehnte Jahrhundert zurück; doch sind die ersten Bischofsnamen unsicher. Eine Zaradiner Urkunde vom Jahre 986 erwähnt einen Bischof Petrus, beiläufig also in derselben Zeit, in welcher die venetiani-schen Geschichtschreiber die Unterwerfung der Inseln Veglia und Arbe unter die Herrschaft Venedigs durch den Dogen Pietro Orseolo II. erwähnen. Bis dahin übte Byzanz, während das Festland (Chorvatia, Croatia) unter der Herrschaft der chor-watischen Slaven stand, einen, wenn auch nicht sehr bedeutenden, Einfluss auf Arbe und ' die benachbarten zu Dalmatien gerechneten Inseln26) aus. Als zweiter Bischof wird Madius oder Majus genannt. Der Name Madius kommt in den Urkunden mehrmals vor. In der eben erwähnten Urkunde kommt ein Madius als Prior vor, und ein zweiter Madius als Priester und Benedictiner-mönch vom Kloster des Monte Cassino, der von dem Prior zum Abte des Klosters St. Chrysogoro in Zara ordinirt wird. Es wird von Farlatti die Vermuthung ausgesprochen, dass dieser Prior Madius derjenige Arbenser Bischof Majus sei, welcher im Jahre 1018, nachdem König Kresimir III. die dalmatinischen Inseln besetzt hatte, dem Führer der venetianischen Flotte, Otto, dem Sohne des Dogen Pietro Orseolo II., den Unterwerfungseid geleistet 26) Siehe Safarik, „Slavische Alterthümer”, Leipzig 1844, S. 280, 3o2.