338 VII. RAGUSA. oder im strengeren Style gemalt ist, hat ebenfalls das Seinige zur Vernachlässigung älterer Bilder beigetragen. Während des ganzen Mittelalters haben wir uns die Maler von Ragusa als sich anlehnend an die italienische Kunst und nicht an die des Orientes zu denken. Die Künstler aus späteren Zeiten, welche Appendini und Gliubich anführen, sind folgende: Biagio Darsa (Darsich-Drusciano) in der ersten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts, bekannt einer grossen Weltkugel, die er anfertigte, seiner Perspectiv-Gemälde und seiner Arbeiten alla Damascena wegen. Sein Sohn Nicolaus war Maler und Bildhauer; Benedetto Sta'f, der in der Richtung der Carracci arbeitete, das Hauptaltarbild in der Kirche S. Maria di Castello ist von seiner Hand; Pietro Matei, ein Schüler des Luca Giordano in Neapel, in Spanien und in seiner Heimat thätig, er starb 1726 in Madrid; Paolo Gozze, Pietro Catuscich, Gregorio Ivanelli, bekannt als Historien- und Miniaturmaler in der Barockzeit, er wirkte gleichzeitig mit dem Spalatiner Maler Giuseppe de Vita, der 1782 starb; Francesco Radaglia, ein Franciscaner, der auch als Architekt ausgezeichnet war. Interessante Gemälde enthält die Kirche des Friedhofes „alle Danze”; eines derselben mit der Madonna im mittleren Felde und den Heiligen Franciscus, Blasius, Nicolaus und Georg, und das andere mit der Madonna, Christus am Kreuze, Gregor u. s. f. Letzteres trägt die Inschrift: M. CCCCC. XVII. MENSIS FEBRVARII. NICOLAVS RHAGVSINVS PINGEBAT. Dieses Bild des Nicolaus von Ragusa, gemalt im Charakter der italienischen Schulen, hat mich in meiner Ansicht bestätigt, dass im sechzehnten Jahrhundert und wohl auch früher mehr in Ragusa gemalt wurde, als einheimische Schriftsteller glauben. Die Dominicanerkirche war in der Zeit der Blüthe des Dominicaner-Ordens ein gesuchter Begräbnissort. Bei der Geringschätzung, mit der Sepulcraldenkmäler behandelt werden, kann