20. Von Cattaro nach Cetinje. 177 Montenegro ausgewandert sind. Die Straße, die in das Hochland führt, ist vorzüglich. Die wichtigsten Punkte sind jetzt stark befestigt. 20. Von Cattavo nach Cetinje. Die Tour nacli Cetinje, dem Hauptorte von Montenegro, soll niemand, der sicli durch einige Zeit in Cattaro aufhält, versäumen. Man kann den Weg (gute Fahrstraße) entweder za Pferde (Kronen 16.—, auch mehr) oder zu Wagen (hin und zurück durchschnittlich Kronen 4>.—■) zurücklegen. Die Fahrt dauert hinauf 6 bis 7 Stunden, zurück zirka 5 Stunden. Beschränkt man die Aufenthaltszeit auf das Notwendigste, so wird man für den Ausflug nicht mehr als 2 Tage benötigen. Nimmt man aber den Rückweg über Antivari (nur zu Pferde !), so sind 3 bis 4 Tage erforderlich. Man verläßt Catturo durch die Porta Gordicchio, gelangt zunächst zum Fort Trinità (Abzweigung der Straße nach Bud.ua — rechts das Fort Vermac) und am Fort Gorazda vorbei, in zahlreichen Serpentinen zur Grenze. Bis zur Paßhöhe (924 M.) steigt der Weg noch eine Strecke weit, bis zum Krstac-Sattel (984 M.) an. Beim zweiten Wachthause, bei dem der alte 184i fertiggestellte Reitweg einmündet, hat man ein großartiges Bild auf die wilde Gebirgswelt Montenegros, die reichgegliederte Bocche di Cattaro und das Meer. — Nach etwa 4 Stunden erreicht man Njegus, die übliche Zwischenstation auf der vorbezeichneten Route. (Unter »Njegus« versteht man das mäßig große Kesseltal, an dessen Rändern sieben Weiler zerstreut liegen und von welchen keiner den Namen Njegus führt.) Im Orte einige höchst primitive Einkehrhäuser, in welchen man schwarzen Kaffee, Schafkäse und rohen Schinken bekommt. (Man tut also bei größeren Ansprüchen gut, Proviant mitzunehmen.) Der gewaltige Kegel hinter Njegus ist der Berg Lovern, mit einer guten Quelle am jenseitigen Hange, an welchem Ivan Cernojevic — der »Barbarossa von Montenegro« — seine Pferde getränkt haben soll, und der heute noch in der Höhle unterhalb Ivanovgrad schläft, um dereinst in der Stunde zu erwachen, wenn die Türken aus Europa verjagt werden sollen. Die Aussicht von dieser Höhe ist prachtvoll. — Nachdem die höchste Erhöhung der Straße (Golo Brdo, 1274 M.) zurückgelegt ist, öffnet sich im Osten der überraschende Ausblick auf den Scutari-See ; das Schauspiel währt indes nur kurz und nun senkt sich der Weg steil zur Hochebene von Cetinje hinab. Cetinje ist ein Marktflecken mit einigen wenigen aber breiten und reinen Gassen. Am Ende der Hauptstraße liegt das Grand Hotel (von Fremden mit Vorliebe besucht. Außerdem Führer durch Dalmatien. 6. Aufl. 12