15. Yon Metkovic nach Mostar und Sarajevo. 131 Süden vom Meere, im Osten von der Cetina bis Duare, im Norden und Westen von hohen Gebirgen. Die Uranfänge dieses Freistaates gehen in das XI. Jahrhundert zurück; seine eigentliche Konstituierung erfolgte nachweisbar im Jahre 1235. Das Statut wurde 1298 vom König Stephan Nemanjiö von Kaseien, Bosnien und Dalmatien bestätigt. Im Jahre 1444 begab sieh der kleine Freistaat freiwillig unter die Oberhoheit Venedigs und rettete so seine Existenz. Der Tribut war gering: 3000 Lire Dalmate. Außerdem war die Republik verpflichtet, im Kriegsfälle 300 Mann Hilfstruppen zur Disposition der Venezianer zu stellen. Als dann die venezianische Republik aufgehoben wurde und die Poglizza mit dem übrigen Dalmatien an Österreich kam, blieben die alten Privilegien unangetastet. Als aber die Franzosen ins Land kamen, machten sie mit dem kleinen Staate wenig Federlesens, hoben die republikanische Verfassung auf und dekretierten die Konskription. Leider ließen sich die Poglizzaner durch russische Emissäre zu einem Aufstande verleiten, der, wie selbstverständlich, sofort im Keime erstickt wurde. Die Rädelsführer wurden nach Spalato geschleppt und in dem Fort Clissa füsiliert. Der letzte »Großfürst* Zovic entfloh mit dem Kistchen, welches die Urkunden des Ländchens enthielt, nach St. Petersburg, wo er starb. — Als die Österreicher zum zweiten Male ins Land kamen, blieb es bei dem durch die Franzosen geschaffenen Verhältnis. Macarsca (einfaches Gasthaus), ein unansehnliches Städtchen, das halbmondförmig im Hintergründe einer Bucht und unter kahlen Bergen liegt. Auch Macarsca bildete zu Zeiten einen Schlupfwinkel der narentanischen Piraten. Es war der Hauptort der „Primorje“, wie noch heute der Küstenstrich zwischen der Cetina und Narenta genannt wird. Im Jahre 1456 wurde das Städtchen durch die Pest verheert, wobei es zwei Drittel seiner Bewohnerschaft verlor. Nach Berührung der kleinen Station Gradac nehmen die Dampfer Kurs nach der Halbinsel Scibioncello und laufen deren nördlichen Hafen Troppano an. Hierauf wenden sie nach Osten und erreichen die Narenta-Mündung. Es folgt zunächst Fort Opus und hierauf Metkovic. Städtchen von 2500 Einwohnern (Hotel Austria), früher abseits allen Verkehres gelegen, seit der Okkupation des dalmatinischen Hinterlandes durch Österreich aber zu neuer Bedeutung gelangt. Eiserne Brücke über die Narenta zwischen dem Städtchen und der Bahnstation. Neuerbaute Kirche mit schöner Aussicht von deren Terrasse. Metkovic erfreut sich nun als westliche Einbruchstation in die Herzegovina eines ziemlich regen Verkehres. — ln der Nähe des Städtchens liegt und zwar am Einflüsse des Norin-Baches in die Narenta, der „Turm (Torre) von Norin“, ein Bauwerk aus der Zeit der Kriege zwischen Venedig und den Osmanen. Eine Strecke weiter im Nordwesten, bei Vidof sucht man die Stätte der Kömerstadt Narona. 15. Von Metkovic nach Mostar und Sarajevo. 178 Km. — Bosnisch-herzegovinische Staatsbahn; Schmalspur- und teilweise Zahnstangenbahn, System R. Abt. Verbindung über Gabela mit Trebinje, Gravosa (Ragusa) und Castelnuovo. (Siehe den Abschnitt Ragusa.) 9*