102 9. Yon Fíame nacli Zara. Verbenica an. Der kleine Ort liegt auf der Höhe des Gestades und hat eine offene Bucht vor sieh, welche ganz besonders den heftigen Nordostwinden ausgesetzt ist. Nach kurzem Aufenthalt nimmt der Dampfer einen fast entgegengesetzten Kurs, nämlich nach Nordost, um den am kroatischen Ufer gelegenen Hafen Novi anzulaufen. Das Gestade erhebt sich stellenweise steil und allenthalben felsig aus dein Meere. Auch hier währt der Aufenthalt nur wenigo Minuten. Hierauf steuert der Dampfer südöstlich durch den breiten, von den Inseln Veglia und Arbe und dem Festlande gebildeten Canale (lella Morlaeca und läuft Zengg (Gasthof Stella d’Oro) an. Hier kann es sich bei heftigem Borawetter ereignen, daß der Dampfer in den Hafen nicht einfahren kann, sondern vom Kurs »abfallen« und die Fahrt fortsetzen muß. Zengg ist nämlich das ärgste Sturmloch an der kroatischen Küste, denn die Bora weht hier mit einer Gewalt, wie nirgends anderwärts in den kroatisch-dalmatinischen Gewässern. Die Stadt selber macht einen düsteren, unfreundlichen Eindruck. Sie war — begünstigt durch ihre Lage — im Mittel-alter und später ein berüchtigter Piratenschlupfwinkel. Von hier zogen die seinerzeit gefürchteten »Uskoken« (turbulente, aus dem Hinterlando gelegentlich der osmanischen Invasion entflohene Elemente) mit ihren flinken Seglern ins Weite, um zu rauben und zu brandschatzen. Von Zengg aus wird der Canale della Morlaeca in ostwestlicher Richtung gequert und der südlichste Hafen von Veglia Bcscanuova, angelaufen. Die Bucht, welche den Hafen bildet und die vorzüglich gegen die Nordostw'inde, dagegen fast gar nicht gegen den Wellengang bei Scirocco geschützt ist, ist der Valle di Bescanuova. Der Hafen hat eine ziemlich bedeutende Schiffsbewegung und verfügt über eine Schiffswerfte. Für den Reisenden ist der Ort ohne Bedeutung. Nach kurzem Aufenthalte setzt der Dampfer seinen Kurs fort. Die Richtung dieses letzteren weicht von der bisherigen erheblich ab. Weiter durch den engen Kanal zwischen Veglia und dem Festlande (Scoglio) Pervicchio in den sogenannten Quarnerolo, den breiten Kanal zwischen den Inseln Cherso, Lussin, Arbe und Pago. Das Eiland im Süden ist der Scoglio S. Gregorio, die größere Insel im Hintergründe Arbe. Die Fahrt geht geraume Zeit zwischen der letztgenannten Insel und der langgestreckten, bcrgerfüllten Insel Cherso (rechts). Hierauf wird der Hafen von Arbe, die erste dalmatinische Station, angelaufen, äußerlich ein malerisches Städtchen (ziika 1000 Einwohner); der Hafen ist geschützt und wird deshalb häufig als Nothafen benützt. Arbe