13. Von Selenico nach Spalato. 125 Manu8 im Norden und Borgo Lucac im Osten. Über der letzteren Vorstadt ragt der Hügel mit dem Fort Grippi (49 M.). ¿Der Palast des Diokletian. Er ist das bedeutsamste antike Bauwerk Dalmatiens und eines der größten, das überhaupt aus der Römerzeit sich erhalten hat (38.236 Qu.-M. Areal). Die vier Einfassungsmauern dieses gigantischen Kaiserschlosses sind derart wenig demoliert, daß sie die ganze Altstadt einschließen» Vollendet wurde dieser Palast zu Beginn des IV. Jahrhunderts n. Chr. Seiner Anlage nach war das Riesenwerk ein Rechteck mit einer Schmalseite am Meere (im Süden), mit der anderen landeinwärts (im Norden). Auf der dem Meere zugewandten Seite erhob sich eine von 50 Säulen dorischer Ordnung, welche 7 Meter erhöht über dem Erdboden auf massiven Quadergewölben in Abständen von je zirka 2 Meter standen,' getragene Säulenhalle. Von diesen sind noch 40 vorhanden. Flankiert wurde die Südfront durch zwei Türme und ähnliche Türme befanden sich an den anderen zwei Ecken. In der Nordfront befindet sich der eine der vier Palasteingänge: die Porta aurea. Sie liegt ziemlich tief unter dem Niveau des Bodens und zeigt oberhalb des Torsturzes einen durchbrochenen Rundbogen; daneben und höher oben an der Stirnwand Nischen mit einem Bogenfries. Der Fries ruhte auf dünnen Säulchen und diese auf Konsolen (in der Höhe des Torbogens), die noch vorhanden sind. Das Ganze macht einen sehr vorteilhaften Eindruck und wirkt namentlich durch das altersgraue Aussehen des Mauerwerkes und den braunen Rostton desselben ungemein malerisch. — Von der Porta aurea führte eine breite Straße bis zur Mitte des Palastes und mündete an der Kreuzungsstelle in die Straße, welche vom Ost- zum Westtore zog. An der Kreuzungsstelle mündete die erstere Straße in den Vorhof. Nach Überschreitung desselben trat man durch eine Giebelpforte mit Säulen in das mit einer Kuppel gedeckte Vestibulum, dem sich die Gemächerreihe der Südseite mit der großen Loggia unmittelbar anschloß. Der Vorhof oder das Peristyl ist der heutige Domplatz (siehe unten). Auf der Ost-und Westseite stehen noch die korinthischen Säulen mit der bogengestützten Aufmauerung des Porticus, der das Peristyl umgab. Gegenüber im Süden hat man die Fassade des Vestibulums vor sich. Dieselbe weist mit dem bogenförmigen Ge-bälke unter der mittleren Toröffnung auf spätrömische Zeit und die Formen der Profilierung, wie die teils skizzenhafte, teils derb naturalistische Behandlung des Reliefornamentes, lassen über die Zeit der Entstehung des Monumentes keinen Zweifel offen. Dagegen tritt auch jetzt noch in der ganzen Anlage sowohl, wie in der technischen Ausführung sämtlicher Teile des Palastes der große monumentale Sinn der Römer in überzeugender Weise zutage. — Das Vestibulum war eine Rotunde mit halbrunden, offenbar zur Aufnahme von Statuen bestimmten Nischen. Das daranstoßende Atrium, sowie die von diesem links gelegene Kaiser-tvohnung sind zerstört; von den Bädern, welche auf der entgegengesetzten Seite lagen, sind nur Bruchstücke vorhanden. Zu dem Domplatze gelangt man entweder auf dem Wege längs der Biva und durch den überwölbten Durchgang (Porta Aurea), oder von der Piazza (lei Signori aus durch die erste Quergasse rechts (Porta Ferrea) . . . Erwägt man, daß man es hier mit einem Hofe des antiken Palastes (dem Peristyl) zu tun hat, so wird der Anblick des Platzes immerhin überraschen. Für einen öffentlichen Platz in einer modernen Stadt erscheint er indes sehr beschränkt, was auch Ursache ist, daß man den Dom selber nicht aus größerer Entfernung betrachten kann, was allein ermöglichen würde, dessen architektonische Schönheiten zu würdigen. Der Dom war vermutlich eine Art von Haustempel im Diokletianischen Palaste. Außer dem eigentlichen Tempelraume ist noch ein beträchtlicher Rest des Säulenumgang es, der den achteckigen Tempel umgab, vorhanden. Die in das Oktogon ein-