4 Dalmatien. Der Kerka-Fluß ist berühmt wegen seiner vielen hochromantischen Wasserstürze, welche wir entsprechenden Ortes eingehend schildern. Die Ursprungsquellen der Haupt- und Nebenflüsse sind alle sehr hoch gelegen; ohne die natürlichen Absätze, welche die Stelle der Schleusen vertreten, könnten die Flüsse auch abwärts nicht beschifft werden, da z. B. die Kerka, zirka 260 M. über dem Meere entspringend, bei ihrem kurzen Laufe eine Fallgeschwindigkeit von 1 :300 hat, somit unbefahrbar ist. Ein weiteres Glück für das Land ist es, daß mit Ausnahme der Narenta — alle Flüsse in tiefen Betten ziehen; da wo dies auch nur streckenweise nicht der Fall (wie bei der Zermanja), verursachen dieselben Überschwemmungen, bilden Sümpfe, ungesundes, unfruchtbares Land. — Der Fall der Cetina ist im Oberlaufe mäßig, wird aber später (bis zu den Mühlen Viäec) ein sehr starker, im Unterlaufe aber äußerst gering. Die Cetina bildet gleichfalls Wasserstürze, auf die wir weiter unten zurückkommen. (Über die Narenta siehe den Abschnitt Metkovic.) Eine hydrographische Eigentümlichkeit Dalmatiens sind die Grottenflüsse. Der bedeutendste derselben ist die Ombla bei Gravosa (Ragusa), welche gleich bei ihrem Ursprung Mühlen treibt und vom Ursprung bis zur Mündung (21 Km.) schiffbar ist. Die Breite des Stromes ist sehr bedeutend: durchschnittlich 120 M. Weiter wäre zu nennen der %oput. Er entströmt zirka 2 Km. oberhalb von Risano (Bocche) einer felsigen Höhle am Meere (etwa 12 M. über demselben) und ist zur Regenzeit ein Gießbach. Diese Höhle, zur Sommerzeit zugänglich, kann 80 M. tief betreten werden. Da der Grottenschlund sich nach abwärts senkt, liegt es auf der Hand, daß das bei Regenzeit ausströmende Wasser durch gewaltigen Druck aus einem unterirdischen Reservoir hervorgestossen wird. Ähnliche Erscheinungen zeigen die Flüßchen Scurda und Gordicchio bei Cattaro und die Gliuta bei Grahovac in der Bocche di Cattaro. Die Seen von Dalmatien bestehen nur zur Regenzeit; im Sommer trocknen sie ganz oder teilweise aus. Eine Ausnahme hiervon macht der Vrana-See bei Zara vecchia. Er hat einen Umfang von 4 Km. und ist durchschnittlich 6 M. tief. Mit dem ungefähr 4 Km. entfernten Meere soll eine unterirdische Verbindung bestehen. Daher der leichte Salzgehalt des Sees und der Einfluß von Ebbe und Flut auf seinen Wasserstand. Ein Versuch, den See zu entwässern, mißlang. Er ist von Aalen bewohnt, welche den Fischern reiche Beute liefern. Die anderen Seen sind nur periodische. Die umfangreichsten breiten sich um Vergorac aus, der Eastoc, Jeserac und der Jesero. Die beiden ersteren liegen fast in gleicher Höhe, der letztere liegt tiefer. Man findet in allen drei Seen Schlünde, die das Wasser einsaugen und wieder