16. Die Inseln südlich von Spalato. 147 das Linienschiff »Kaiser«, 5 Fregatten und 1 Korvette, im Hintertreffen 10 Kanonenboote und andere kleinere Fahrzeuge. Auch die Italiener gingen sofort zum Angriff über, aber nicht in Keilform mit Anordnung in Treffen, sondern in der »Kielwasserlinie«. Dadurch wurde es den Österreichern möglich, die feindliche Linie zwischen der Tête und dem Zentrum zu durchbrechen, worauf sieh die Schlacht sofort in lauter Einzelkämpfe auflöste. Die Italiener hatten es namentlich auf das Linienschiff »Kaiser« abgesehen, das schließlich, arg zugerichtet und von der gewaltigen Übermacht bedroht, gezwungen war, sich aus dem Gefechte zu entfernen und im Hafen von Lissa Schutz zu suchen. Indessen tobte das Geschützfeuer unablässig fort. Breitseite auf Breitseite brüllte durch die Luft, die See war bedeckt von dem Pulverrauche der 1182 Kanonen. Admiral Tegetthoff rammte Alles, was er grau angestrichen sah. Die Italiener schoßen schlecht, häufig überdies blind, so daß man annehmen darf, die Verwirrung unter ihnen sei groß gewesen. Der *Affonda tore« versuchte mehrmals, österreichische Schiffe zu rammen, allein man wich ihm allemal aus. So ging es geraume Zeit fort. Da begegneten das österreichische Admiralschiff » Ferdinand Max« und das Panzerschiff »Kè d'Italia« einander. Diesen Augenblick benützte Tegetthoff, um seinen Gegner zu rammen, was auch gelang. Der ganze Bau ächzte und krachte, der Stoß war so gewaltig, daß beide Schiffe sich hoben. Der »Re d'Italia« hatte ein furchtbare Bresche in der Gegend des Fockmastes erhalten. Er legte sich einen Augenblick auf die Seite und als der » Ferdiand Max« zurückging, stürzte das Wasser in die Bresche und vollendete das Werk der Vernichtung. Die kurze Waffenruhe nach dem Sinken des »Re d'Italia« war bald vorüber, und die Schlacht tobte ärger als zuvor. Da kam der Brand an Bord des »Palestro* zum vollen Ausbruche und er verließ das Melée, Kurs Nordwest. Seine Genossen, voraussetzend, daß seine Maschine nicht gestoppt werden könne, umgaben ihn und verfolgten denselben Kurs. Damit war die Schlacht so gut wie beendet. Als Tegetthoff sich ansehickte, den Feind zu verfolgen, sah man plötzlich eine Biesensäule von Bauch aus dem brennenden »Palestro« senkrecht in die Luft schießen, dann folgte ein Donnerschlag : das italienische Panzerschiff war in die Luft geflogen ! Daraufhin lief Tegetthoff in den Hafen von Lissa ein, ging aber bereits am Abend mit seinem Geschwader in See nach Pola, wo er mit Jubel empfangen wurde. Persano wurde angeklagt und vom Senate am 15. April 3867 zur Amtsentsetzung verurteilt. Auf einer in den Hafen von Lissa vorspringenden Landzunge erhebt sich im katholischen Friedhofe das mit einem Löwen geschmückte Denkmal der in der Schlacht am 20. Juli 1866 gefallenen Seeleute. — Ein zweites auf der Insel errichtetes Denkmal aus Marmor erinnert an den weiter oben erwähnten Seesieg des englischen Admirals Hoste. Der zweitgrößte Ort der Insel, Comisa, liegt an einer tief ins Land einschneidenden Meeresbucht an der Westküste. Der Ort ist befestigt. Hier gibt es einige, aber sehr spärliche und trübe Wasserquellen. Der Bedarf für die Garnison und die Bewohner wird in Cisternen gesammelt. — Das Innere der Insel ist fruchtbar und besonders reich an Brotfruchtbäumen (Caroben). Von Comisa aus besucht man die sogenannte y Blaue Grotte« von ßusi (»Spécula di Ballon«), ein kleines Eiland im Westen der Insel Lissa. Die vorstehende, an das weltberühmte Schaustück der Insel Capri erinnernde Bezeichnung erhielt die Grotte wegen der gleichen Lichteffekte, die dadurch hervorgerufen werden, daß das Tageslicht durch ein submarines Felsentor hereindämmert. Die Einfahrt ist etwa anderthalb Meter hoch und dritthalb Meter breit. Das submarine Felsentor ist weitaus größer, die Grotte selbst 80 M. lang und durchschnittlich 16 M. breit. 5. Curzola (Albergo Europa) ist das >Corcyra nigra« der Römer, so genannt wTegen seiner damaligen herrlichen Wälder. 10*