2 Dalmatien. an Höhlen und Spalten reich, meist nur gegen Norden oder Nordost bewaldet, an der Südseite aber durch Sonnenglut und Seewinde derart ausgetrocknet, daß der nackte Fels fast überall zutage tritt. Die Inseln sind eigentlich nur vom Festlande abgerissene Brocken und tragen ganz und gar das Gepräge und Aussehen des Küstenlandes. Wie diese stellen sie sich als Felsplateaux mit Hochrändern dar und fallen meist steil zum Meere ab. Unter den vielen Höhlen ist namentlich die Magus-Bete-Grotte bei Ragusa (S. Giacomo) merkwürdig; wir erwähnen ferner die Grotten von Vrlika, Meleda, Lagosta, die Asculap-Grotte bei Kagusavecchia und die »Blaue Grotte« von Busi bei Lissa. Dalmatien hat keine ausgesprochene Ebene und überhaupt nur wenige flache Strecken an der Küste und im Innern. Kleine Talbecken und offene Gegenden findet man bei Knin, DerniS, Vrlika bei Sinj an der Celina, bei Imoski an der Narenta. Geologische Beschaffenheit. Die in Dalmatien — ob nun Festland oder Inseln — vorherrschende Gesteinsart ist der Kalkstein älterer und jüngerer Formation. Der ältere findet sich nur in den nördlichen Teilen des Landes an der Grenze von Kroatien und Bosnien und zwar bestehen der Velebit, der Gnjat und die Dinara aus demselben. Da, wo verwitterte Sandstein- und Mergelgebilde aus dem wüsten Kalksteingebiet hervortreten, befinden sich die fruchtbaren Strecken des Landes. Der Kalkstein gestattet dem Wasser das Hervortreten auf die Erdoberfläche nicht. Es sammelt sich das Regenwasser in den Klüften und Höhlen des Karstgebirges, versiegt dann, um sich in den tiefer liegenden Höhlungen wieder zu sammeln und fließt wahrscheinlich auf unterirdischem Wege dem Meere zu. Es ist kein Zweifel, daß die Gebirge von Dalmatien in ihrem Innern große Wasserbehälter beherbergen. Wo im Lande Sandstein- und Mergelgebilde auf-treten, findet man überall Quellwasser. Der Umstand, daß längs der Küste leicht zerstörbare Mergel und Sandsteinablagerungen streichen und zwar in derselben Richtung wie die Kalkgebirge, gibt der Vermutung Raum, daß die dermaligen Inseln durch die Zerstörung der Mergel- und Sandsteinschicht, welche sie vorher mit dem Festlande verband, von diesem losgerissen wurden. — Dalmatien hat Erdpech- und seit 1834 regelmäßig in Betrieb genommene Braun- und Steinkohlenlager am Monte Promina nächst Derniä. Hydrographisches. Das Adriatische Meer bespült die Küste von Dalmatien in einer Ausdehnung von 562 Km. Der Küste sind, wie erwähnt, zahlreiche Inseln und Klippen vorgelagert, welche der Schiffahrt hinderlich sind. Aber das beträchtlich tiefe Fahrwasser und die vielen sehr guten Häfen ziehen im Fall der Not, namentlich im Winter, selbst Hochseeschiffe immer an die