68 3. Pola. Trattorien : Ai due Mori, Al Vecchio 2’empio d?Augusto, Buon amico. Post und Telegraph: Piazza Dante. Mietwagen: Für l/+ Stunde dem Einspänner 60 Heller, dem Zweispänner 80 Heller; Stunde Kronen 1.— (Kronen 1.20); 3/4 Stunden Kronen 1.40 (Kronen 2.—); 1 Stunde Kronen 2.— (Kronen 2.60); für jede weitere 1/i Stunde 40 Heller (60 Heller) mehr. Barken zwischen 40 Heller und Kronen 1.— innerhalb des Hafens je nach Entfernung der einzelnen Punkte. Pola hat ein Theater mit einem Fassungsraum für 1200 Zuschauer. Zentralpunkt der Geselligkeit ist das Marine-Kasino (fertiggestellt im Jahre 1872) mit Cafe, Restauration, Kegelbahn, Spiel- und Lesezimmer nebst Bibliothek. Fremde können durch ein Kasinomitglied eingeführt werden. Im Falle Rekommandationen fehlen, genügt die Vorweisung der Visitkarte. Mitglieder des Kasinos können nur Marineangehörige des Stabes sein; die Offiziere der Landarmee und die Staatsbeamten sind bloß Teilnehmer. Der Garten, in welchem das Kasino liegt, ist voll der schönsten exotischen Pflanzen. Rückwärts Kegel- und Boccebahn, Musikpavillon und eine Voliere. Pola (Fortsetzung der Seefahrt siehe S. 77). Der Anblick ist überraschend. Auf allen Uferhöhen erblickt man stattliche Forts und vor sich, inmitten des Hafenbeckens, eine Eeihe vou Inseln, welche gleichfalls fortifiziert sind. Nachdem der Dampfer diese Eilande hinter sich hat, steuert er an dem größten derselben — der Oliveninsel (Scoglio Olivi) — vorüber. Hier befinden sich die großartigen Schiffbau-Etablissements (Docks, Werften etc.) der k. und k. Kriegsmarine. Hierzu gesellt sich der malerische Anblick der Stadt mit dem Schiffsgewirre im eigentlichen Kriegshafen (rechts) und das wahrhaft großartige Bild, welches das von außen fast noch vollständig erhaltene römische Amphitheater darbietet. ■— Die Fahrt geht im weiteren Verlaufe in den sogenannten »Handelshafen« und findet am Kai ihr Ende. Geschichtliches. Pola ist als einstige Koloniestadt der Körner, deren Gründung wahrscheinlich zwischen 44 und 27 v. Chr. fallen dürfte, bemerkenswert. Als solche führte sie den Namen Pietas Julia und ward zum zeitweiligen Aufenthalte mehrerer römischer Kaiser. Die Stadt war mit einer Kingmauer umschlossen und von einem Kapitol gekrönt, an dessen Stelle nachmals das Kastell getreten ist. Außerhalb der Mauer lagen die Vorstädte und das Amphitheater, innerhalb eine Anzahl prächtiger Tempel (der Venus, des Jupiter, der Minerva etc.), von denen der Tempel des Augustus und der Hnma fast vollständig erhalten blieb. Die Haupttore waren die Porta Junonia im Norden und die torta Minerva im Süden. . . Außer dem Amphitheater und dem Augustus-Tempel ist noch ein drittes antikes Bauwerk erhalten geblieben, der »Triumphbogen der Sergier«. Besichtigung der Stadt. Um den kurzen Aufenthalt möglichst auszunützen, schlagen wir den nachfolgenden Spaziergang zu Fuß oder besser die Wagenfahrt — für die Stunde Kronen 2.— dem Einspänner, Kronen 2.60 dem Zweispänner — vor: Vom Landungsplatze längs des Kais in nördlicher Eichtung zum Amphitheater. Es ist das einzige im Außenbau erhaltene Bauwerk dieser Art. Von der alten römischen Gemeinde infolge eines Gelübdes (Po-lenses voti sui compotes) zu Ehren der Kaiser Septimus Severus und Caracalla (198—211) aufgeführt, war das Amphitheater für etwa 20.000—25.000 Personen berechnet. Die vier turmartigen Anbauten (eine spezielle Eigentümlichkeit der Arena von Pola)