170 19. Von Kagusa nach Cattaro. Spagnaolo aus dem Jahre 1538. Das Fort wurde zu Ehren der Spanier so genannt, welche in jener Zeit Verbündete der Venezianer gegen die Türken, waren. Das Landfort — Forte di Terra — ist älteren Datums. Das Städtchen ist winkelig und beengt. Es wurde vom ersten bosnischen Könige Twrtko I. Kotromanovic 1373 gegründet und war einst die Hauptstadt, des Herzogtums Saba, welches hier begann, an der Cetina endete und tief landeinwärts reichte. Stefan Kozaca, der Lehensträger des Hauses Humska, entzog sich der bosnischen Lehenshoheit, stellte sich unter die des Kaisers Friedrich IV, (1140) und errichtete das genannte Herzogtum — dio heutige Hercegovina. Im Jahre 1538 wurde Castelnuovo von den Venezianern erobert; vom Jahre 1539 bis 1687 stand es unter türkischer Herrschaft. — Die Vegetation um Castehiuovo ist ungemein üppig, das Klima vorzüglich. — Das breite Tal, welches sieh in nordwestlicher Richtung erstreckt, ist die Sutorina, in früherer Zeit (gleich der Enklave von Kiek) neutrales Gebiet. Die weitläufige Bucht am Gestade der Sutorina ist jene von Topla. Nach kurzem Aufenthalte setzt der Dampfer die Fahrt fort. Eechts liegt Porto Kose, links Meljine, in einer kleinen Bucht; daneben Savina (3 Km. von Castelnuovo) mit der Sommerresidenz (Kloster) des serbisch-orthodoxen Bischofs von Cattaro. Anziehende Landschaft. — 1 Km. von Savina entfernt liegt die Endstation Zelenilea der Bahnlinie Zelenika—Castelnuovo—Uskoplje—Hum— Gabela. Über diese Linie und die Flügelbahnen Uskoplje—Gra-vosa und Hum—Trebinje siehe S. 165. Im Hintergründe der Monte Dobrostica. Nun treten beiderseits die Küsten enger zueinander und der Dampfer steuert durch den Kanal von Kombiir, hinter dem sich die große Bai von Teodo (Station der k. u. k. Kriegsmarine) öffnet. Man hat links die mit Terrassenkultur versehenen Abhänge des M. Devesite vor sich, rechts die sanfteren Abhänge der Halbinsel LuUiea und die tief in das Land einschneidende Bai von Krtole mit zwei kleinen Inselchen, dieden dortigen vollkommen flachen Gestaden des Landstriches Zupa vorliegen. — Nachdem der Dampfer eine scharfe Schwenkung nach Norden gemacht hat, treten die Ufer abermals hart zueinander. Sie bilden zuletzt einen ganz schmalen Schiffahrtskanal, die sogenannten Catene (d. i. »die Ketten«), weil in früherer Zeit dieses innere Tor zu der Bocche mittels Ketten abgesperrt wurde. Kaum hat man das Seetor der Catene zurückgelegt, so entfaltet sich eine in ihrer Art einzige Seeszenerie. Drei Landzungen treten hart zueinander und bilden so zwei Wassertore, die in drei Becken (Teodo, Eisano, Cattaro) führen. Am Scheidungspunkte liegen zwei kleine Inselehen: San Giorgio und Madonna a Scalpello; das erstere trägt ein ehemaliges Bene-