Einleitung. 15 Serbischen im Süden und in Montenegro. In den albanesischen Küstenstädten spricht man italienisch, türkisch, neugriechisch nnd skipetarisch (albanesisch); auf Korfu neugriechisch und italienisch — in den Hotels (wenigstens die Oberkellner) französisch und englisch. Die Kenntnis des Altgriechischen genügt keineswegs, um sich mit den heutigen Griechen verständlich zu machen. Übrigens wird das Deutsche sowohl in Dalmatien als in Montenegro zur Not verstanden. Gasthöfe. Die Hötelerie hat sich in den letzten Jahren f|ichtlich gehoben und geben die besseren Häuser nunmehr keinen ■inlaß zu Klagen. Das »Hotel Imperial« in Ragusa und das »Hotel d’Angleterre« und »Belle Venise« in Korfu sind Häuser ersten Ranges. In den kleineren Städten sind die Gasthöfe mittel’ mäßig, genügen aber bescheidenen Ansprüchen. Tratterien, Osterien, Cafés. Sie tragen in Dalmatien und selbst auf Korfu allenthalben italienisches Gepräge. Die besten Speisehäuser und Weinstuben findet man in Zara, Spalato und Ragusa. Dalmatien ist ungemein reich an Weinsorten, zum Teile an edlen. Der herbe, dunkle Küstenwein ist von erstaunlicher Billigkeit, sagt aber einem verwöhnten Gaumen keineswegs zu; dagegen sind vorzüglich und viel gesucht: der Vugava von der Insel Brazza, der Maraschino und Vino Tartaro von Sebenico, der Malvasier (selten!) von Ragusa, der Rosenmuscat von AU missa, der Peceño und Prosecco von Sabioncello, der Marzamin von Teodo (Bocche) usw. Im ganzen kennt man 50 Sorten zumeist roten und feurigen Weines. Die Weinstuben lassen viel an Reinlichkeit zu wünschen übrig. — An Cafés gibt es keinen Mangel, doch vermißt man — das Café centrale in Zara und das Café Troccoli in Spalato ausgenommen — allenthalben größere Lokale dieser Art. Selbst das »Pile-Kaffeehaus« in Ragusa zeichnet sich mehr durch seine vorteilhafte Lage als innere Einrichtung aus. Man findet in den dalmatinischen Cafés die italienischen und slavischen Lokalblätter, in den größeren auch deutsche Zeitungen. Kirchen, Museen, Theater. Unter den dalmatinischen Kirchen sind viele sehr sehenswert, da sie zumeist sehr alt sind nnd eine lange Baugeschichte hinter sich haben. Fast jede Stadt hat irgend ein bedeutsames Bauwerk dieser Art aufzuweisen. — Dagegen ist Dalmatien arm an Sammlungen. Die bedeutsamste archäologische Sammlung befindet sich im Lokal-Museum von ISpalato, welche fast ausschließlich Objekte aus den Ruinen von Salona enthält. Ein kleines Museum befindet sich auch in Zara ein anderes in Knin. In Ragusa befindet sich eine naturhisto rische Sammlung, deren Objekte fast ausschließlich von Ein heimischen, zumal Schiffskapitänen, beigesteuert worden sind.