201 23. Aasflüge von Korfu nach den Ionischen Inseln. NB. Zu einem Besnche der Rainen ist die Zeit für denjenigen, der mit dem Dampfer, welcher ihn nach Prevesa gebracht hat, die Rückfahrt antreten will, zu kurz. In Prevesa gibt es keine annehmbare Unterkunft, es wäre denn, daß man der Gast eines der dort residierenden Konsuln ist. — Von Prevesa aus kann mau auch die »Suii« besuchen, doch ist die Route mit Strapazen verbunden und erfordert eine gewisse Vertrautheit mit der Art und Weise orientalischer Landreisen. Die beiden Ionischen Insoln Kephalonia und Zxnte, mit deren Besuch auch derjenige der bedeutendsten peloponnesischen Stadt, Pairas, verbanden werden kann, liegen außerhalb der obigen Route. Man gelangt ab Korfit direkt nach Kephalonia oder Zante mittels der Lloyddampfer oder griechischen Dampfer. Was die Insel Ithaka anbelangt, für den gebildeten Reisenden nächst Korfu wohl die interessanteste der Ionischen Inseln, wird der Leser darauf aufmerksam gemacht, daß eine griechische Dampferverbindung besteht. Der Besuch ist auch mittels Segelbarke möglich und zwar am besten von der Bucht von Samo, d. i. von der Ostküste von Kephalonia aus. Zwischen dieser und Ithaka erstreckt sich der schmale Kanal von VisJcardo, der bei günstigem Winde in einer Viertelstunde durchschnitten wird. Von Korfu (siehe S. 20 L) steuert der Dampter westlich an Pdxo (siehe S. 201) vorüber und erreicht den Hafen. Argostoli auf Kephalonia (Hotel d’Orient; Hotel de Ce-phxlonie). Die Stadt steigt in Terrassen über einen fast kreisrund geschlossenen Hafen und macht so einen sehr vorteilhaften Eindruck. Das Innere ist dürftig und unbequem, die Umgebung ohne Reiz. An dem nördlichen Arme der doppelt eingeschnittenen Bucht liegt Lixuri, gleichfalls Dampferstation. Eine kleine Strecke nördlich von Argostoli genießt mau das Schauspiel eines merkwürdigen Naturphänomens — das unter dem Namen „ Die Meermühlen von Argostoli“ weit bekannt ist. Dort strömt das Meerwasser an zwei Punkten in den Erdboden und zwar fließt täglich die enorme Quantität von 160.000 Kubikmeter ab. Das abströmende Wasser wird zum Betriebe von Mühlen verwendet. Wiebel, der sich mit diesem Phänomen eingehend beschäftigt hat, führt es auf das Gesetz des sogenannten »negativen Druckes« strömender Gewässer zurück und bringt es mit den an mehreren Stellen der Insel über dem Meeresniveau hervorbrechenden brackigen Quellen in Zusammenhang. Interessanter als die Westküste der Insel ist deren Ostküste. Dort öffnet sich die Bucht von Samo, das Same des Homer. Von der Bucht geht ein Tal landeinwärts und an seinem Nordwestende stehen auf zwei felsigen, durch eine Schlucht getrennten Hügeln die Reste einer Burg (oder Akropolis) im Kyklopenstil. Die antike Stadt nahm wahrscheinlich den Raum an den Abhängen bis zum Meere hinab ein. Die Ruinen sind wild von Gestrüpp überwuchert und bergen Schlangen in Menge. Der Burgfelsen bietet eine umfassende Aussicht: Vorne, zu Füßen, Ithalca, dahinter Akarnanien und ein Teil des Golfes von Korinth, im Südosten das bergerfüllte Achaia, die Nordwestprovinz des Peloponnes, im Süden die Insel Zante. Noch großartiger ist der