144 16. Die Inseln südlich von Spalato. verriet Demetrios die Königin. Er erhielt als Lohn für seine werktätige Unterstützung der römischen Bestrebungen nicht nur die Insel, sondern auch noch einen beträchtlichen Teil der Küste und des Hinterlandes. Die Illyrier aber mußten alle griechischen Städte freigeben und sich verpflichten, einen jährlichen Tribut an Rom zu zahlen, nie mehr mit bewaffneten Fahrzeugen und nicht mehr als zwei unbewaffneten Schiffen zusammen über Lissus (nicht Lissa, sondern Alessio in Nordalbanien) hinaus in die See zu gehen. — Die Illyrier aber wurden bald hierauf rückfällig und der arg kompromittierte Demetrios entfloh nach Makedonien. Die Dampfer, welche den Hafen Lesina anlaufen, steuern um das Westende der Insel herum und nehmen den Kurs zwischen dieser und dem kleinen Archipel (rechts) der Isole Spalmadore. Hierauf schwenken sie in den Hafen von Lesina. Kurhötel »Kaiserin Elisabeth«. Gerade in der Mitte der Hafeneinfahrt erhebt sich eine Felsklippe mit einer Befestigung; dahinter zieht sich die Stadt (ca. 2600 Einwohner) im Halbkreise, überragt von den Forts Sjpagnuolo (links) und S. Nicolo (rechts), früher Fort Napoleone, ein Trutzbau aus der Zeit der französischen Okkupation. Das altere Fort Spagnuolo war ein Werk spanischer Ingenieure aus der Mitte des XIV. Jahrhunderts. Es flog durch Blitzschlag in die Luft.....Das Gebäude, hart am Ufer, mit den Arkaden ist die schöne Loggia von Sammicheli (Café), das stilgerechteste Bauwerk dieser Art in Dalmatien, Rechts daneben steht das alte Dockgebciude (nämlich eine Art Dock mit daraufgesetztem Stockwerke); der Glockenturm (links am Ende der Stadt) datiert aus jüngerer Zeit; die Domkirche ist ohne Interesse. — Das Beste an Lesina ist seine schöne Umgebung und sein mildes Klima. Im Süden der Stadt führt eine schöne Strandpromenade nach einem Franziskanerklostery wo in der Kirche zwei Altarbilder von Francesco da Sta. Cova zu sehen sind. In der Folge des milden Klimas, welches die Südseite der Insel besitzt, hat es nicht an Anstrengungen gefehlt, das Städtchen Lesina als klimatischen Kurort einzurichten und haben sich namentlich die deutschen Naturforscher 0. Schmidt und Fr. Unger in dieser Richtung verdient gemacht. Aber große Anziehungskraft hat Lesina bisher gleichwohl nicht auf die Heilungsuchenden ausgeübt. 4. Lissa. Die Insel liegt westlich von Lesina, von der sie durch den Kanal von Lissa getrennt ist. Die südliche und westliche Küste fällt felsig und steil in das Meer ab. Die Insel besitzt ein schönes, fruchtbares Tal (Campo grande), die Bewohner treiben mit Vorliebe Weinbau und Fischfang. — Dem Reisenden bietet LisSa wenig. Die beiden Haupthäfen sind Lissa (Sitz der Dampfschiffunternehmung Topic & Co.) an der Nordküste und Comisa an der Westküste. An geschichtlichen Erinnerungen wäre hervorzuheben, daß die Insel zur Zeit Koms (damals Issa geheißen) eine hervorragende Flottenstation war. Die Bedeutung als solche vererbte sich bis auf unsere Zeit. Als die Franzosen Dalmatien okkupiert hatten, gingen hier englische Geschwader vor Anker. Am 12. März 1811 and im Kanale von Lissa ein Seegefecht zwischen einem französischen Geschwader