3. Pola. 73 Das Gebäude dahinter ist das astronomische Observatorium. Vom Monumente aus prachtvoller Rundblick auf die Stadt und den Hafen, die Marineetablissements und das ganze Poleser Becken bis zu den Brionischen Inseln. — Von dem Besuche des Kastells mag der Reisende absehen. — Eine Besichtigung des an sich hochinteressanten k. w. k. Seearsenals ist bei der knappen Zeit nicht denkbar. Auch ist hierzu die behördliche Bewilligung (beim Arsenalkommando) einzuholen. Das Seearsenal. Zur Besichtigung desselben (an Wochentagen während der Arbeitsstunden) ist ein Erlaubnisschein seitens des Arsenalkommandos nötig. Man erhält denselben ohne Anstand gegen Vorweisung der Visitkarte. Nichtösterreicher bedürfen eines Erlaubnisscheines seitens des k. k. Reichskriegsministeriums (Marinesektion), der durch die betreffende Gesandtschaft zu beschaffen ist. Der Portier weist dem Besucher hierauf einen Unteroffizier als Führer zu, welcher aber nur für die Etablissements auf dem Festlande verwendet werden kann. Auf der Oliveninsel ist ein zweiter Führer nötig. Trinkgelder sollten, da die Führer Militärpersonen sind, eigentlich nicht verabfolgt werden; die Art und Höhe der Besehenkung steht daher jedermann frei. Das k. n. k. Seearsenal besteht aus den Werkstätten und Magazinen auf dem Festlande und den Schiffbauetablissements und Docks auf der Oliveninsel. Das Festland ist durch eine Brücke (Eisenkonstruktion) mit der Oliveninsel verbunden. Der Schienenstrang geht von der Staatsbahn bis zur Oliveninsel. Um den Raum für die festländischen Werkstätten zu gewinnen, mußten bedeutende Anschüttungen bewirkt werden. Die Uferentwicklung des Arsenals beträgt über ICO M.; die Einfassungsmauer auf der Landseite ist 1745 M. lang. Die Pläne hat der bekannte Geniegeneral Möring entworfen. a) Die Werkstätten auf dem Festlande. Man betritt von der Kaistraße aus den Arsenalkomplex durch ein Tor der Einfassungsmauer. Links die Admiralität; dann geradeaus durch ein zweites Tor in den inneren Raum des Arsenals. Das nächste Gebäude ist die Artillerie-Direktion mit Waffensaal im Erdgeschosse und den Sammlungen des Marine-Museums im 1. Stockwerke. (Besichtigung lohnend!) Die Sammlung besteht aus Objekten aller Art, welche mit der Geschichte und den Schicksalen der österreichischen Kriegsmarine irgendwie verknüpft sind. Teils sind es Modelle von Schiffen, die längst nicht mehr bestehen, teils Trophäen, Denk- und Erinnerungszeichen, Reliquien u. dgl. m. Mit diesen Gegenständen sind drei kleine Zimmer angefüllt. Man beachte die verschiedenen Schiffsmodelle, den Blitzableiter des am 4. März 1852 während eines Sturmes auf der Fahrt von Venedig nach Triest spurlos ver-