22. Korfu. 199 Die zur Seite der Spianata gelegene Zitadelle (Fortezza vecchia) ist besuchenswert wegen der prächtigen Aussicht, welche inan von ihrer Höhe genießt. Ein schmaler Kanal trennt sio vom Festlande, eine Zugbrücke verbindet sie mit demselben. Besonders interessant ist der Blick nach Süden: auf die beiden Häfen von Kastrades und Kalikiopulo, die korkyräische Halbinsel und das langgestreckte Ostgestade der südlichen Inselhälfte. Der hohe Berg im Südwesten ist der Monte Decea (Hagioi Decca) — der »Zehn Heiligenberg« — die Höhe östlich hiervon (zwischen jenem und der Küste) Gasturi, etwas südlich am Gestade Benizze mit seinen vielgepriesenen Orangenhainen. Auf aussichtsreicher Höhe hei Gasturi — unfern der Villa Braila — erhebt sieh das herrliche »Schloß Acliilleion«, das der neapolitanische Architekt Cavaliere Carito im Aufträge der verewigten Kaiserin Elisabeth von Österreich erbaut hat. Das breit hingelagerte, in Terrassen aufsteigende fürstliche Heim mit seinem pompejanischen Portikus und seiner ruhig-ernsten Linienführung ist die Verkörperung einer ionischen Idylle. Statue des sterbenden Achilles in dem an Palmen reichen Garten; im Treppenhause Kolossalgemälde »Triumph des Achilles« von Matsch. In der Kapelle ein reizendes Madonnenbild desselben Meisters. Mit reichem Skulpturenschmuck ausgestattete Badezimmer. Alle Zimmer leer. — Im unteren Parke das Heinedenkmal. Ausflüge. Die Insel Korfu bietet, wie bereits hervorgehoben, eine Reihe der lohnendsten Ausflüge. Von den näheren, weiter oben mitgeteilten abgesehen, müssen alle diese Ausflüg&*zu gemacht w'erden. Der Preis für die Benützung eines Mietfuhrwerkes schwankt je nach der Entfernung zwischen 12 und 15 Drachmen. — Solche Ausflüge unternehme man: 1. Nach Potamo, dem stattlichen Dorfe im Westen der Stadt. An die Ufer des Baches, der unweit des Dorfes ins Meer fällt, verlegen die Odysseeausleger die Szene zwischen Nausikaa und dem schiffbrüchigen Odysseus. — Von Potamo weiter (rechts) zu den Ruinen des venezianischen Seearsenals, zum Teile in dichter Baumumrahmung gelegen. Von hier nach dem Pantaleone (links) oder nordwärts nach dem Monte Salvatore. Auf der Spitze des Berges befindet sich ein Kloster. Die Rundsicht von dem Gipfel ist einzig in ihrer Art. — Von der Höhe des Sattels hinab zur Nordküste nach Sudari. Die westlich hier liegende Gestadepartie zeigt interessante Felsengebilde. Von den kleinen Eilanden, die man in nordwestlicher Richtung sieht, ist eines Fano, welches von mancher Seite für Ogygia — die »Insel der Kalypso« — angesehen wird. —• Zurück nach der Paßhöhe. Man kann (zu Fuß) von hier aus auch über Spartilla nach Ipso — einem romantischen Punkte am Nordende der Bucht von Govino — hinabsteigen. Von hier mittels Barke zurück zur Stadt. 2. Nach Pelleka (an der Westküste) und Palliokastrizza. Letzteres ist namentlich wegen der imposanten Szenerie an der felsigen Küste besuchenswert. In der Nähe ('/2 Stunde) ein Eich-