16. Die Inseln südlich von Spalato 149 Jetzt ist die Insel allenthalben kahl. Die Sage berichtet von einer uralten Ansiedlung der Trojaner durch Antenor, der, bekanntlich auch am Timavus (bei Monfaleone) eine Kolonie gegründet haben soll. Stellenweise gibt es noch immer Eichenwälder. — Der Dampfer, welcher Lesinct oder Lissa berührt, steuert längs der ganzen Nordküste der Insel und läuft endlich den Hafen Curzola an. Die Stadt präsentiert sich sehr malerisch — leider auf Kosten ihres inneren Komforts. Die alten Befestigungen (Mauern, Türme, Bastionen) liegen größtenteils in Ruinen. Die alte Kathedrale ragt in der Mitte der von allen Seiten gegen sie ansteigenden Stadt empor. Es ist eine kleine Werfte vorhanden, auf der Küstenfahrer gebaut werden. In letzter Zeit hat die Stadt eine ansehnliche Erweiterung — Vallegrande (Dampferstation) •— erfahren. Hier ist Raum zur Entwicklung und herrscht lebhaftes Treiben. — Gegenüber von Curzola liegt auf der Halbinsel Sabioncello das Städtchen Orebic, Dampferstation (S. 150). 6. Lagosta. Diese kleine, im Süden von Curzola und von zwei Seiten (Ost und West) von Klippen (»Lagostini«) umgebene Insel wird von keinem der nach Dalmatien verkehrenden Dampfer angelaufen. Die Insel ist massig aufgebaut und hat keine Tal-einsenkungen. Ein Bergklotz von fast 200 M. Höhe ragt aus dem Meere auf. Die größte Bucht ist der Porto Eosso (im S.), auf dem ein stattlicher Leuchtturm mit einer Lichtweite von 25 Seemeilen sich erhebt. 7. Meleda. Sie ist die südlichste der großen dalmatinischen Inseln. In physikalischer Beziehung ist sie sehr merkwürdig. Der Boden ist ausgesprochen vulkanisch. In der Mitte der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde die Insel von gewaltigen, von donnerähnlichen Detonationen begleiteten Erdbeben heimgesucht. Aus einzelnen Spalten steigen noch immer ab und zu Schwefeldämpfe auf. — Der Hauptort Babinopolje liegt im Innern. In dem Porto Palazzo, den die Lloydschiffe anlaufen, befinden sich die Überreste eines antiken Palastes, welcher möglicherweise mit dem Palaste jenes Oppianus identisch ist, den der Kaiser Sep-timius Severns hierher in die Verbannung geschickt hatte, der später aber wegen eines poetischen Opus wieder in Freiheit gesetzt wurde. — Von hier führt ein angenehmer Weg in ?/4 Stunden nach Lago di Sta. Maria, einem Binnenbecken mit einer Klostei-insel, das durch einen schmalen Kanal mit dem Meere kommuniziert. Idyllischer Ort von großem Reize. Meleda besucht man am bequemsten von Ragusa (Gravosa) aus.