118 12. Yon Zara nach Sebenico. mannigfachen Ornamentenschmuck, das Seitenportal Löwen und die Statuen des ersten Menschenpaares. Etwas grotesk muten die 72 Köpfe an, welche als Gesimsornamente am Chor figurieren. Der Dom ist aus Hausteinen aufgeführt und mit Bleiplatten gedeckt. Der Dom ist eines der Gebäude, welche den Domplatz einschließen. Derselbe ist gut gepflastert. Das stattliche Gebäude links ist die Loggia — das ehemalige Rathaus, ein Bau aus der Mitte des XVI. Jahrhunderts. Unter den Arkaden Kaffeehaus, im I. Stocke die Räumlichkeiten der Kasino-Gesellschaft. Sebe-nico hat auch ein Theater; es liegt auf der »Poljäna«, wie man das Glacis der »Festung« nennt. Die letztere Bezeichnung verdient die Stadt nur insoferne, als die sie dominierenden Forts einen fchutz gewähren. Die Stadtmauern selber haben keinen militärischen Wert, da sie noch aus der Zeit der ungarischen Herrschaft in Dalmatien datieren und sogar von den Venezianern keiner Umgestaltung unterzogen wurden. Im Jahre 1895 hat die Stadt einen neuen Schmuck erhalten: das Bronzestandbild des Dichters Tommaso. Wer von der Stadt den wrTcimg&voZlsten Anblick genießen will, ersteige eine der seitlichen Höhen, welche die Kastellhölie II Barone flankieren. Die Aussicht ist wahrhaft prachtvoll. Gerade links in der Flanke steht die dunkle Masse des Kastellhügels; dann, durch eine Schlucht getrennt, der Felsklotz, auf welchem das Fort S. Giovanni liegt, noch tiefer die Stadt selber mit der dunklen Bleikuppel des Domes und den Häuserterassen, welche zum Hafen lierabsteigen. Noch schöner ist der weitere Rahmen; der Felskranz des Hafenbeckens, der Kanal St. Antonio mit dem Fort S. Nicolö, die Inselgruppe von Zlarin und das in der Ferne verdämmernde Meer. Ausflüge von Sebenico in das Innere. —• Von Sebenico führt die dalmatinische Staatsbahn direkt nach Spalato (in 3 Stunden) und halbwegs, von der Station Perkovic-Slivno ab, über Demis nach Kn in (siehe S. 109). NB. Wer die norddalmatinische Landtour (siehe S. 109) vollführt, tut gut, Knin als Endstation zu wählen. Er kann dann die Bahn bis Sebenico benützen und von hier den Seeweg nach Spalato wählen, so daß ihm dieser Küstenabschnitt nicht verloren geht. Ansflug von Sebenico nach Seardona und zn den Kerkafällen. Fahrgelegenheit. Wer nicht an die Zeit gebunden ist, vollführe den Ausflug mittels Harke von Sibenico bis Seardona und noch eine Strecke weiter bis £. Giuseppe. Von hier dann zu Fuß bis zu den Fällen. — Außerdem kann die Post benützt werden: Täglich in 2'/3 Stunden. Fahrpreis Kronen 1'52. — Einspänner Kronen 8.— , Zweispänner Kronen 12.— . Über den Lauf der Kerka siehe S. 112. Bei Seardona breitet sich die Kerka zum See von Prokljan aus, welcher eher einer Meeresbucht als einer Flußmündung gleicht, von Ebbe und Flut beeinflußt wird und brakisches Wasser hat. Die angenommene Mündungsstelle befindet sich beim Dorf Zaton. Von hier ab ist ein Gefälle nicht mehr bemerkbar und