176 19. Von Bagusa nach Cattaro. Litorales. Unter den Gebäuden gewährt der Dom durch die' Skulpturen und Gemälde in der dem heiligen Triton geweihten Kapelle das meiste Interesse. Der Heilige ist Schutzpatron der Stadt und ihm zu Ehren findet alle Jahr ein Nationalfest (»Tritonfestt, Marinerezza) mit Aufzügen, Gewehrsalven, Tänzen und Schmausereien statt (2. bis 3. Februar). Außer dem Seetore? durch welches man von der Marina in die Stadt gelangt, besitzt diese noch zwei Landtore: die Porta Fiumara im Norden und die Porta Gordicchio im Süden. Beide Tore haben ihre Namen von zwei Bächen, welche dem Gebirgshange knapp neben der Stadt entquellen. Die Fiumara (auch Scurda) treibt innerhalb des Stadtbezirkes einige Mühlen und verrinnt im Meere; der Gordicchio kommt aus einer Höhle, verliert sich aber, ohne zu Tage zu treten, in einem Schlunde und mündet dann unterirdisch ins Meer, wie man aus dem Aufquellen des letzteren deutlich wahrnimmt. In dem Gaume vor der Porta Fiumara wird der Montenegriner Markt gehalten, auf dem man interessante Typenstudien machen kann. . . . Über der Stadt öffnet sich eine unzugängliche Grotte, in welcher man einen herrlichen Orangenbaum gewahrt, der alljährlich reichlich Früchte trägt. Ausflüge. Von Cattaro aus sind mancherlei Ausflüge möglich. So führt beispielsweise ein 3 Stunden langer, guter Reitweg, der das Tal Zupa quer durchschneidet, nach Truste; eine andere Route ist die von Cattaro nach Budua und Lastua, doch empfehlen wir in diesem Falle den Seeweg (siehe S. 177). Gleichfalls am besten auf dem Seewege zu erreichen ist Risano, in dessen Bucht der Reisende zuerst blickt, wenn er die »Catene« passiert hat und an jene merkwürdige Stelle gelaDgt, von der aus zwei Wasserbecken auszweigen. Die Seestrecke zwischen Cattaro und Risano mißt 12 Ivm., die Landstrecke (fahrbare Straße) zirka 16 Km. Risano ist der älteste Ort in Dalmatien; seine Gründung fällt wahrscheinlich in das II. Jahrhundert. Die Römer nannten den Ort Rhizinium und die Cattareser Buchten Sinus Rhizonicus. Vor dem Erscheinen Roms an dieser Küste war Rhizinium unter der Königin Teuta einer der Hauptschlupfwinkel der illyrischen Piraten. Reste aus römischer Zeit. Eine reiche Sammlung römischer Inschriften aus Risano befindet sich in Perasto. Der heutige Ort ist in die Küstenfelsen förmlich eingezwängt. Von Risano führt der Hauptweg in jenes Hochland, welches in den letzten 30 Jahren zu trauriger Berühmtheit gelangt ist. Es ist die Krivosie mit ihren Schroffen, Wildnissen und unbotmäßigen Bewohnern, von denen übrigens die meisten nach