162 17. Von Spalato nach Ragusa. unter einem Fort hinweg und senkt sich dann in das freundliche Tal von Breno hinab. Schöne Kaskade bei den Molini dl Breno. Das Brenotal ist landeinwärts von den hohen hercegovinischen Grenzgebirgen eingeschlossen. Auf diesen Höhen sieht man Ber-gato und Drieno, während der hercegovinischen Insurrektion im Jahre 1875 vielgenannte Punkte. 3. Nach Ragusaveccliia. Mittels Wagen, Dampfer oder Eisenbahn, Ragusavecchia liegt mutmaßlich auf der Stelle von Epidaurus, einer Gründung der Korinther. Aus römischer Zeit trifft man noch einige Bautenreste: Fragmente einer Wasserleitung, eines Bades und Steine mit Inschriften. Im Jahre 656 wurde Epidaurus durch die Avaren total zerstört. Bekannt ist, daß Flüchtlinge aus Epidaurus Gründer des nachmaligen Ragusa waren. — In der Nähe von Ragusavecchiabefindet sich dio Äskulap-Grotte, welche besuchenswert ist. — Von Ragusavecchia ins Val Canali, dem bestbebauten und dichtestbevölkerten Landstrich Dalmatiens. Malerische Tracht. 4. Nach Lacroma. Dieses vielgepriesene Eiland mit seiner reichen, fast subtropischen Vegetation liegt nur eine Seemeile vom Ostende Ragusas entfernt. Man verfügt sich durch das Hafentor von Ploée nach dem Porto Cassone und mietet eine Barke. (Tarif siehe S. 152.) Nach einigen Minuten legt das Boot in dem kleinen Hafen an der Nordseite des Eilandes an. Von hier führt ein Fußweg zum Schlosse. (Eintrittskarte unerläßlich. Man erhält sie in allen Gasthöfen oder in der Buchhandlung Pretner & Co.) Es war einst ein Benediktinerkloster, von dem erzählt wird, daß Richard Löwenherz es infolge eines Gelübdes errichtet haben soll. Der flüchtige König soll nämlich auf der Höhe von Ragusa durch Sturm in arge Bedrängnis geraten sein und gelobt haben, an jener Stelle, wo er seinen Fuß hinsetzen würde, zur Ehre Gottes eine Kirche zu erbauen. — Diese Landung nun soll auf Lacroma stattgehabt haben. Durch den Erzherzog Ferdinand Max — nachmaligem Kaiser von Mexiko — der Insel und Schloß an sich brachte, wurde das letztere zum Teile renoviert und entsprechend eingerichtet. Ein außergewöhnlicher Luxus wurde indes in diesen Räumen nie entfaltet. Die Zimmer sind sehr beschränkt, echte Klosterzellen. Später hat das Eiland mehrmals seinen Besitzer gewechselt. Jetzt gehört es den Dominikanern. — Der weitere Bereich des Inselchens ist ein einziger Park. Manche Punkte sind entzückend schön. Die »Stephanie-Esplanade« führt zur Westküste, ein Pfad zum »Mare Morto*, mittels Boot erreicht man die prächtige Naturbrücke (Arco naturale) und die Grotte. Den der Stadt zugekehrten Hügel krönt ein Fort. Auf der Nordseite befindet sich ein steinernes Denkmal, welches an eine Katastrophe erinnert, die sieh im Kanale zwischen Insel und Festland im Jahre 1859 zugetragen. Damals flog nämlich die bei Lacroma vor Anker liegende Kriegsbrigg »Triton« durch Pulverexplosion in die Lnft. 5. Ins Omblatal. Wer zeitlich Früh Lacroma besucht, tut gut, die Barke gleich für die hier beschriebene Fahrt zu benützen. Sonst führt der nächste Weg in dieses romantische Tal von Pile aus nach Gravosa und von hier weiter mittels Barke oder Eisenbahn (V4 Stunde bis zur Station Ombla). — Der Seeweg bietet dem