128 13. Von Selenico nach Spalato. Sonnengott.« — Im 2. Saale befinden sich die mannigfaltigsten Fundstücke; besonders bemerkenswert sind die Glasgefäße, ferner Steinhämmer, Fibeln, Götzenbilder, Schmucksachen, Urnen, Tongefäße, Bronzeschalen, Spiegel, Lampen und eine reichhaltige Münzensammlung. Weitere Fundobjekte befinden sich im Norden der Neustadt und zwar in der Vatrogasacastraße im Hause Gilardi und im Hause Brainovic, sowie in der Gymnasiumgasse im Hause Dimitrovic. Ausflug nach den Ruinen yon Salona, nach Clissa und den »Sieben Castellen«. Vorbemerkung. Dieser Ausflug1 geschieht am besten zu Wagen, wobei man Trau als Endziel wählt (12—14 Km., Fahrtdauer 2*/2 Stnnden. — Dampfer in 1 — 13/4 Stunden). Wer nur die Ruinen von Salona besuchen will, kann von Spalato aus die Strecke dahin auch zu Fuß zurücklegen. Man benötigt wenig mehr als eine Stunde. Der Spaziergang ist lohnend. Geschichtliches. Die Gründung der Stadt Salonae reicht bis in das Mythenzeitalter hinauf. Später wird sie oft genannt als fester Platz mit einem Seearsenale, als römische Kolonie usw. Verschiedene Male war sie mit Rom im Kriege und während der Bürgerkämpfe zwischen Cäsar und Pompejus trat Salonae zur Partei des Ersteren und zwang den Feldherrn Octavius zum Rückzuge. Im Jahre 305 erwählte Kaiser Diokletian, der Begierungsgeschäfte müde, Salonae zu seinem Ruhesitze und erbaute in der Nähe der Stadt an der Stelle des heutigen Spalato jenen großartigen Palast, von dem weiter oben die Rede war. Im Jahre 535 wurde Salonae von den Goten, 639 von den Avaren zerstört. Die Einwohner flüchteten nach den Inseln südlich des heutigen Spalato, kamen aber bald wieder heim, um innerhalb der Mauern des Diokletianischen Palastes sicheren Schutz zu finden. Seitdem verfiel Salonae immer mehr und mehr und blieb, einer großen Ruine gleich, verlassen. Der unscheinbare Ort Salona zur Seite der alten Stadt Lat noch den Namen bewahrt, während die Trümmer der einstigen Römerstadt vergessen wurden und erst in unserem Jahrhundert wieder allmählich aus dem Ackerboden gehoben wurden. — Das jetzige Ruinenfeld ist ein langgestrecktes, in der Kichtung von Ost nach West gezogenes Eechteck, im Süden von dem Bach Jader, im Norden von einem Graben, der am Abhange des Gebirges fortläuft, begrenzt. Das Ruinenfeld ist durch eine Mauer, die durch die Mitte desselben läuft, in zwei gleiche Abschnitte geteilt. Die TJmfassungslinie besteht aus Befestigungswerken, welche, wie nachweislich, aus vier verschiedenen Epochen herrühren. Die ursprüngliche, viel ältere Ringmauer ist auf der einen Seite mit Stützpfeilern versehen, welche dazu dienten, einerseits die Mauer zu verstärken, anderseits die Verteidigungslinie zu erweitern und zwar durch die Brüchen und Schwibbögen, welche von Stützpfeiler zu Stützpfeiler sich spannten. Später erhielt Salona eine doppelte Mauer, dann Türme und zuletzt Bastionen. Was die Ausgrabungen hetrifft, worden sie in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eingeleitet. 1847 legte Dr. F. Carrara 88 der erwähnten Türme