18. Von Ragusa in das Hinterland. 167 voller Rückblick auf die Küste und das Meer. — Bei Ivanica wird zuerst die Grenze zwischen Dalmatien und der Hercegovina und sodann die Fahrstraße gequert. In der Folge verläuft die Bahn in ödem Karstterrain bis zur Station Uskoplje (Abzweigung der Linie nach Castelnuovo, siehe S. 169). Nun über das mit Felstrümmern bedeckte Plateau, durch Karstfurchen, in einer scharfen Kurve um das Anwesen Zaplanik dem Tale der Trebinsica entgegen. Die Vegetation ist außerordentlich spärlich. Da und dort ragt eine alte türkische Kula (Wachthaus) über das wüste Trümmerfeld. Endlich folgt die Station Hum (Abzweigung der Linie nach Gabela siehe unten). Wagenwechsel. Es geht nun weiter am felsigen Gehänge der südlichen Taleinfassung der Trebinsica (links das weitgedehnte Popovopolje, siehe S. 168), teilweise zur Seile der Fahrstraße über die Station Duzi (altes Kloster, im Aufstande 1875 eine Zeit hindurch Hauptquartier des Insurgentenlührers Liubibratiö) nach Trebinje. Die Örtlichkeit zerfällt in zwei Teile, in die Neustadt (Hotel Naglic) mit dem Babicplatz und dem Kallaypark (an der Stelle früherer mohammedanischer Friedhöfe) und in die alte Türkenstadt. Die Franz-Josephsstraßo mit hübschen Häusern und Läden führt zum Park. Das alte Trebinje (im Mittelalter Tri-bunia), war vorübergehend Eesidenz des Eagusaner Patriziers Pavlovic, dann Hauptstadt des Fürstentums Tribunia und fiel 1375 an König Twrtko von Bosnien, nach dessen Tode sich dia Türken in ihr festsetzten. Wer an altem türkischen Gerümpel Gefallen findet, mag sich die engen, armseligen überwölbten Bazars, die malerischen Gfißchen und Winkel ansehen. Die Umgebung mit ihren kahlen Berghängen ist trostlos. Grün ist nur die »Polje«. Die seit der österreichischen Okkupation vorgenommenen Anpflanzungen gedeihen nur kümmerlich. Ausflug von Trebinje flußaufwärts der Trebinsiica in den montenegrinischen Grenzdistrikt Banjani beschwerlich und nur im Falle einer Iieittour durch Montenegro (über Niksic, Danilov-gracl und Podgorica zum Skutarisee) zu empfehlen. i. Hum—Gabela. Bosnisch-liercegovinische Staatsbahnen, 81 Km. Fahrzeit 3Stunden bis 4 Stunden 41 Minuten (für I. Klasse Kronen 6.48, II. Klasse Kronen 4.94). Diese Strecke, welche von Eagusa oder Castelnuovo aus die Landroute über Mostar, Sarajevo, nach Bosnisch-Brod usw. einleitet (vgl. S. 24), bietet geringe Abwechslung, erscheint jedoch für denjenigen von Interesse, der einen Blick in die Karstnatur des dalmatinischen Hinterlandes gewinnen will. Der größte Teil der Strecke verläuft hoch am südwestlichen Gehänge des Popovo-