13. Von Sebenico nach Spalato. 127 gebauten gotischen Baldachine (an die Gräber der Szaliger in Verona erinnernd) sind sehenswert. — Das Innere des Domes präsentiert sich etwas düster. Das Licht ist so spärlich, daß beispielsweise die Reliefdarstellungen am Fries kaum mehr auszunehmen sind. Der oktogonalen Grundform entsprechend, ragen zunächst acht mächtige Säulen aus rotem Granit empor, über diesen acht in kleineren Dimensionen gehaltene Säulen (als Gesimsträger) aus grünem Marmor. Der früher erwähnte Fries (der sogenannte »Diana-Fries«) ist oberhalb der Rundgalerie, die zwischen den Granitsäulen läuft, angebracht. Er zeigt, nebst dem Kopf der Diana und zwei Masken im Mittelstücke, Jagdszenen in reichster Abwechslung. Man beachte ferner die Säulenbalustraden, die Altäre und namentlich die Kanzel, deren feine Ornamentierung den Marmor förmlich seiner Schwere entkleidet. Der stilvolle Glockenturm (Campanile, sechs Stockwerke) ist seit fast zwei Jahrzehnten in Restaurierung begriffen. Neben dem Dom ist noch der sogenannte Äskulap'Tempel (jetzt Bapisterium des Domes) von Interesse. Man steigt über drei Stufen zu einem Prachttore mit reichstem Ornamentschmucke empor. Erhalten ist nur die Cella. Sie besteht aus einem Tonnengewölbe, das auf mächtigem Gesimse aufruht. Vielleicht war dieses Bauwerk ein Mausoleum Diokletians. — Nimmt man alles in allem, so ist unbestreitbar, daß der Domplatz mit seinen reizvollen Durchblicken nach drei Seiten auch heute noch, trotz der mannigfachen Zerstörungen, ebenso in kunsthistorischer, wie in malerischer Beziehung einer der interessantesten Punkte an den Gestaden der Adria ist. »Hier hat nicht bloß die antike, es haben auch alle späteren Bauperioden wertvolle Monumente hinterlassen, welche mit ihren verschiedenen Formen und durch die unbeschreiblich reizende, halb zufällige Gruppierung derselben wie zu einem großen Akkorde zusammenklingen . . .« Archäologisches Museum (Direktor Bulic), Dasselbe^ist an die Ostfront der Palastmauer angebaut (neben der Porta argentea). — Man gelangt durcli den Vorraum (altchristlicher Sarkophag) in den 1. Saal, dessen schönstes Stück der sogenannte »Sarkophag des Diokletian«, mit der Jagd des Meleager in Reliefdarstellung. Außerdem ein großer Sarkophag aus Salona, Venus und Amor und eine ägyptische Sphinx ohne Kopf aus der Zeit Amenhotep II., neunten Königs der XIX. Dynastie. Sie stammt somit aus dem Anfänge des XVI. Jahrhunderts v. Chr. Die Inschrift auf der Brustseite lautet: »Der gute Gott lia-neb-ma, der Lebensspender, der Liebling Amon Ra's, des Herrn der Throne, des Herrn des Himmels . . .« Die Inschriften auf dem Sockel (vorn): »Ba-neb-ma Amenhotep-haq-was, welcher Auszeichnung verleiht allen edlen Menschen . . .« Um den Sockel liest man zur rechten Seite der Sphynx die Legende: »Der gute Gott, der Goldberg, welcher Reichtum spendet dem Menschen, den anblickt der Fürst des Lebens, den Erleuchter der beiden Länder mittels (seiner Strahlen) ...«; zur linken: »Der gute Gott, welcher sein Antlitz zeigt, wie Ptah, der Wäger des Herzens, gleichwie der Herr der Achtstadt, der Patron dieses Denkmals, dem ähnlich vorher noch keines gemacht worden . . . dem Sohn der Sonne Amenhotep-haq-v)as, der Herr aller Länder, welcher verleiht Leben, Heil und Kraft, gleichwie der