30. Zara. tief ins Land eingreifende Bucht — das Mare di Xovigrad (vgl. S. 110) mit dem äußersten Ausläufer, dem sogenannten Mare di Carin — begleitet, zweigt sich das breite Nordende von Dalmatien in mehrere Halbinseln aus, welche geräumige Buchten zwischen sich nehmen. Im Hintergründe der westlichen derselben liegt Nona, einst eine Stadt von Bedeutung und Bischofssitz, dermalen ein heruntergekommenes Dorf (S. 109). Wenn man, Pago hinter sich lassend, die Mündung des schmalen Schitfahrfcskanales zwischen der westlichsten Halbinsel und dem Eilande Puntadura erreicht hat, gelangt man in den Kanal von Zara, von dem weiter oben die Rede war. Hierauf Ankunft in 10. Zara. Gasthöfe: Uttel Bristol, an der neuen Riva; Grand Bótel; Vapore (unfern vom alten Hafen). Restaurants: Im Hotel Bristol, Glieds neue liierhalle; Restaurant Centrale (sehr zu empfehlen!) Cafés: Hotel Bristol, Grand Café Centra'e; C'osmacendi auf der Piazza dei Signori. Gepäckstriiger: Akkordieren! Taxe vom Landungsplatz in den Gasthof CO Heller, mit Karren Kronen 1.20. Post- und Telegraplienamt an der Riva Nuova. liuchhändler: Hrmtska Knj izar nica, Calle larga. Geschichtliches. Zara hat schon lange, bevor es als Jadera eine Kolonie der Römer geworden, als eine Stadt, angeblich als Vorort, der Liburnier bestanden. Seine Erhebung zur Kolonie erfolgte durch Kaiser Augustus, was die Kewohner bestimmte, zu Ehren der Gemahlin des Kaisers, Livia, den Tempel der Juno Augusta zu erbauen. Nach der Zerstörung Salonäs im VII. Jahrhundert durch die A varen lief Jadera jenem den Rang ab und ward Hauptstadt des Landes. Viel umstritten während der Kämpfe der Republik Venedig mit den Ungarn in Dalmatien, nahm es den meisten Schaden, als der Doge Enrico Dándolo mit dem französischen Kreuzheere vor der Stadt erschien und sie nach kurzer Belagerung (1202) mit Sturm nahm und teilweise zerstörte. Erst im Jahre 1409 ging es in bleibenden Besitz Venedigs über. Später litt die Stadt, namentlich in den Jahren 1463, 1649 und 1678, durch die Pest. Die Türken erschienen wiederholt vor der Stadt und bedrängten sie besonders-hart in den Jahren 1500 und 1570. Sie teilte am Ende des XVIII. und Beginn des XIX. Jahrhunderts die Schicksale des übrigen Dalmatien und ward in den Jahren 1809 und 1813 bis zur Übergabe an Österreich von diesem zu Land und zur See blockiert. Im Jahre 186S wurde Zara als Festung aufgelassen und hat seitdem eine wesentlich freundlichere Physiognomie angenommen. Zara ist Landeshauptstadt von Dalmatien und Sitz der Landesregierung (1900: 14.000 Einwohner); es ist unter allen dalmatinischen Städten die am wenigsten malerische und Hegt in einem ziemlich eintönigen Gebiete des nördlichen Dalmatien. Das war natürlich noch viel schlimmer, als Zara in enge Festungsmauern eingeschnürt war und zu seiner Entwicklung nicht den geringsten Kaum hatte. Mit der Verschönerung der Stadt wurde durch den seinerzeitigen Gouverneur, den nachmaligen Feldzeugmeister Freiherrn von Weiden, in den Jahren 1829 und 1830 damit der An- I I