2. Yon Triest nach Pola. 63 Straßen, größeren Gebäuden und dem verhältnismäßig großen Komfort. Die Stadt hat ein Kasino, ein Theater, Cafes und Restaurants, einen öffentlichen Garten. An hervorragenden Bauten wären zu nennen: das Schloß, ein sehr altes, burgartiges Gebäude auf dem höchsten Punkte der Stadt. Es ist jedenfalls das älteste Gebäude und sein Name — Mitterburg — ward später auf die ganze Stadt übertragen. Die älteste Kunde von der Burg reicht bis zum Jahre 1002 zurück. Schon ein Jahrhundert später tritt Mitterburg als eine eigene, unabhängige Grafschaft auf, deren Eigner die Familie Sponheim Ortenburg ist. Später gelangten die Grafen von Andechs (aus Tirol) und noch später die Grafen von Görz in den Besitz von Mitterburg. Im XVI. Jahrhundert, vorübergehend im Besitze des Hauses Österreich, wechselte es nachmals öfters seinen Eigentümer und gehört seit dem Jahre 1768 der Familie Montecuccoli. Andere hervorragende Gebäude sind: die alte Nikolaus-Abtei (aus dem Jahre 1266), das Franziskaner-Kloster (1460 gestiftet) und das Munizipalitäts-Gebäude, letzteres auf einem Platze, der einen prächtigen Ausblick auf das Foiba-Tal gewährt. Bald hinter Pisino verengt sich das Tal. Kechts erscheint Pisin vecchio mit der Ruine Oberburg. Hierauf mehrere tiefe Einschnitte. Ausblick rechts auf Treviso und auf das hochgelegene malerische Vermo. Es folgt eine Landschaft mit Matten und Wäldern, die sich bis zur Station S. Pietro in Selve fortsetzt. Kurz zuvor rechts das alte Kloster, von dem die Station den Namen hat. Es wurde vom Grafen Meinhard von Görz gestiftet und enthält auch die Grabstätte der Familie. Im Jahre 1617 kämpften hier die Venezianer und die Kaiserlichen. Kaiser Josef hob das Kloster auf. Jetzt ist es Privatbesitz. Auf der Weiterfahrt unweit der Bahn rechts Vidulin, wo die Straße in Serpentinen den Hang zum Dragatal (siehe unten) hinabzieht. Rechts Gimino mit einem dem Marchese Montecuccoli gehörenden Schlosse, das fast ganz in Ruinen liegt. Nun längs der östlichen Randhöhe des Dragatales. Ortschaften auf den Abhängen und im Hintergründe der Landschaft. Nächste Station ist Canfanaro (Restauration am Bahnhofe). Der Ort soll im Jahre 1379 durch flüchtende Rovignesen, deren Stadt von den Genuesen zerstört wurde, gegründet worden sein. Als aufblühende rovignesische Kolonie fiel sie gelegentlich den •brandschatzenden Uskoken in die Hände (1616) und wurde vollständig zerstört. Canfanaro hat sich im Laufe der Zeit wieder erholt, an Stelle der ursprünglichen italienischen Kolonie trat eine ltalienisch-slavische Niederlassung.