13. Von Sebenico nach Spalato. 129 bloß, welche es möglich machten, die befestigte Umfassungslinie festzustellen. Hierbei machte man die Entdeckung der vier großen Stadttore. Das wichtigste, wenn auch unter allen das am meisten zerstörte, ist das östliche — Por'a Av-dertia — in der Richtung nach Clissa (dem alten Andertium) und Mu6. Das zweite Tor zeigt noch deutliche Überreste der doppelten Flügel für die innere und äußere Pforte. Dagegen fand man nichts von den zwei achteckigen Verteidigungstürmen, welche es einstens schirmten. — Bald hierauf wurden die Arbeiten unter Carrara und Lanza fortgesetzt und hierbei folgende Resultate erzielt: Vorerst wurde ein Privatbad bloßgelegt, ein Bau von oktogonaler Grundfläche, mit 6 Säulensockeln, 4 Türhöhlungen, 5 Nischen und dem Becken in der Mitte, das Ganze von der höchsten Pracht, aber mit manchen Stilgebrechen behaftet. Auch das Amphitheater (im Nordwesten des Ruinenfeldes) wurde bloßgelegt. Von 1872 bis 1883 leitete der Konservator Prof. M Glavinic die Ausgrabungen, seitdem obliegt ihnen der Museumsdirektor Fr, Buli6. Das Ruinenfeld von Salona übersieht man am besten von dessen erhöhtem Teile im Norden. Dort steht eine kleine Kapelle und unweit hiervon entdeckte man eine Nekropole von vorzüglicher Anlage. In einem Felde nebenan förderte man viele Sarkophage zutage. Sie standen der Länge nach aneinander gereiht etwa 1 Meter unter der Erdoberfläche. Die bedeutendsten Fundstücke wurden bereits eine Zeit vorher entdeckt: ein heidnischer und ein christlicher Sarkophag, von denen der erstere ein prachtvolles Reliefbild mit der Hippolyt-Legende enthält. — Schreitet man von dieser Stätte westwärts fort, so gelangt man zu einigen Häusern und dann ans Meer (Bucht von Salona), wo heute das Dörfchen Vranizza — wegen seiner Bauart auch Piccolo Venezia (Klein-Venedig) genannt — liegt — und vordem das See-Arsenal des römischen Salonae sich befand. — Der Ausblick über den Kanal zwischen der Insel Bua und dem Festlande ist bei Sonnenuntergang ungemein fesselnd. Nun zieht der Schienenweg nach jener Richtung. Es ist dies das Gestade der Sette Casteli (oder Dei Casteli, Di Castela); Teile dieses Küstenstriches zwischen dem Meere und dem mit ihm im Norden parallel laufenden Koziak-Qebirge wurden von der Republik Venedig einzelnen Adeligen unter der Bedingung verliehen, daß sie Kastelle an der See zum Schutze gegen die Türken errichteten. So entstanden die »Sieben Burgern, welche der Gegend den Namen gaben. An Stelle der Kastelle sind Ortschaften getreten, welche in der Reihenfolge von Salona nach Trau folgende Namen führen: Sucurac, Castel Abbädessa, C. Cambio, C. Vitturi (Palast des Cönte Vitturi, Villen Ambro-sini-Cambi, Capogrosso und Karaman), C. Vecchio, C. Nuovo und C. Staffileo. Zwischen Castelnuovo und Trau, bergwärts, finden sich spärliche Ruinen der einstigen kroatischen Königsstadt Bihac. Die Wagenfahrt längs der Riviera (1er Casteli ist eine der reizendsten in Dalmatien. Eine halbe Stunde nordöstlich von Salona liegt die alte, nun militärisch wertlose Paßsperre Clissa — eine höchst malerische Position in einer Einsattelung zwischen M. Mossor und M. Koziak. Die Anlage der Werke ist eine altertümliche; die gute Fahrstraße führt in Serpentinen und an Felsabstürzen vorbei bis unmittelbar unter das Fort. Zur Seite befindet sich ein primitives Einkehrhaus. Auf der Stelle des jetzigen Forts stand schon zur Römerzeit eine Befestigung, welche vor dem Falle Salonas von den Avaren überrumpelt wurde. — Die Besichtigung Führer durch Dalmatien. 6. Aufl. 9