136 15 Yon Hetkovic nach Mostar und Sarajevo. 17'8 M., die Balustrade mit eingerechnet; die ganze Höhe vom Wasserspiegel aus beträgt 19 M., die weiteste Spannung des Bogens '¿li M., die Breite des Bettes 38'ö M., die Breite der Brücke 4‘5 M. Das Ganze ist architektonisch wie aus einem Guß und Stil, und selbst die Steine der untersten zugänglichen Schicht zeigen keine Spur eines älteren Unterbaues. Weder an der Brücke noch in deren Umgebung finden sich Inschriften, Skulpturen oder sonstige lieste römischer Kunst. Vielmehr sind die einzigen Schriftzeichen daran in zwei ziemlich nahe dem Wasserspiegel befindliche Seitensteine der Brückenlager eingemeißelt und unzweifelhaft türkisch, wenn auch nicht ganz leserlich. Ein Datum in arabischen Ziffern scheint dem letzten Viertel des XV. Jahrhunderts (dem IX. der Hidschret) anzugehören. Der verstorbene deutsche Konsul Blau hat nachzuweisen versucht, daß die Brücke kein römisches, sondern ein türkisches Bauwerk sei und er dürfte mit dieser Behauptung wohl das Richtige getroffen haben, f- eit November 1882 führt eine zweite, eiserne Brücke über die Narenta, die Frans Joseph-Brücke. Die Umgebung von Mostar überrascht weniger durch ihre Schönheit, als durch ihre Eigentümlichkeit. Trotz der Gärten, Weinberge und kleinen Waldpartien, welche die Stadt umkränzen, sticht doch der karstartige Charakter des Terrains befremdend hervor. Außer der früher erwähnten Buna-Brücke weist die Umgebung von Mostar bei Blagaj (11 Km. südlich der Stadt) die alte Buine Stepan-Grad als eine historische Merkwürdigkeit auf. Besonders interessant ist auch eine Stelle im Narenta-Bett, oberhalb der Stadt, welche Skakala genannt wird. Es ist eine Eeihe durchklüfteter und unterwaschener Felsbänke, die derart angeordnet sind, daß ihre Hochkanten bei niedrigem Wasserstande natürliche Brückenpfeiler bilden, über die man, von einem zum ändern springend, das Bett leicht passieren kann, während der Strom in tief eingewaschenen schmalen Kanälen sich darunter fast unsichtbar durchzwängt. Sehr interessant ist die Buna-Quelle, eine mächtige Grotte, aus welcher der Fluß ruhig hervorströmt, daneben ein mohammedanisches Heiligengrab. Von Mostar nach Sarajevo (Eisenbahnfahrt). Von Mostar weiter zieht die Bahn am sogenannten »Nordlager« vorbei und erreicht — im Vorblick die Porim Planina (höchste Spitze 1837 M.) die Station Vojno, wo sie hart an die Narenta heran-tritt, um weiterhin in dem großartigen Defilé dieses Flusses zu verlaufen. Die Enge beginnt bei der Station Baskagora und endigt bei der Station Jablanica (30 Km.). Sehr malerische Felsbildungen, im Flußbette Trümmergestein mit Wasserstürzen. Im I rühjahr brechen unzählige Quellen aus den Felswänden hervor.