3. Pola. 65 Von dieser Station zweigt eine (21 Km. lange) Flügelbahn nach Roviglio ab. (Über dieses siche S. 53.) Sie führt durch unmutiges Hügelland und hübsche ertragsreiche Kulturen — die sogenannte »Campagna di Bovigno«. Zwischenstationen sind Villa di Rovigno und Sossich. In unmittelbarer Nähe von Canfanaro ist ein tiefes Tal — das Dragatal — in das mittelistrische Plateau eingerissen. Am Südhange desselben, eine halbe Stunde von der Station entfernt, liegen die Trümmer eines jener beiden »/due Castelli« genannten Schlösser, welche die Genuesen zum Schutze des zwischen Parcnzo und Kovigno liegenden Küstenstriches (wohin das Tal sich wendet und in den fjordartigen Canal di Lerne übergeht) erbauten. Die Ruinenreste des einen dieser Schlösser (Fortezza Parentina) präsentieren sich sehr malerisch. Man sieht sie in einiger Entfernung links, wenn man Canfanaro verlassen hat. Hinter Canfanaro verliert die Landschaft an malerischem Reiz. Die einzige interessante Örtlichkeit ist S. Vincenti, das links auf einem Hügel liegt. Hierauf zur Station Zabronich in einsamer Gegend und durch karstige Landschaft weiter nach Dignano (zirka 10,000 Einwohner), das auf der Stelle des römischen Attinianum, von dem nichts mehr vorhanden ist, liegt. Der Ort hat eine sehr freundliche Lage auf der Höhe der Küste mit dem Ausblick aufs Meer (Kanal von Fasana). Eine schöne breite Straße zieht vom Bahnhofe nach dem Hauptplatze, den einst das Kastell der Stadt einnahm. Der Dom ist ein neueres Bauwerk (aus dem XVIII. Jahrhundert) und dem heiligen Blasius geweiht. Er ist eine Nachbildung der Kirche S. Pietro di Castello in Venedig. Ein Madonnenbild am Altar della Carita gilt für das Werk eines Meisters aus der Zeit der Spätrenaissance. Links vom Hauptaltar Contars Abendmahl. (1598). Der nebenan stehende Glockenturm wurde 1845 vollendet. Die Bewohner von Dignano gelten für Abkömmlinge der römischen Kolonisten. Ihr Dialekt hat viele lateinische oder doch an das Lateinische anklingende Worte. Von Dignano ab durchzieht die Bahn, die Haltestelle Oale-sano berührend, freundliches Land mit Jungwald und Kulturen, sie senkt sich vom Plateaurand allmählich zur Küste herab, wobei man am »Kaiserwald« (beliebter Ausflugsort der Poleser) vorüberkommt und erreicht, zuletzt eine Strecke weit am Meere verlaufend, die Endstation Pola. 3. Pola. Der Dampfer erreicht, nachdem er das Eiland S. Girolamo passiert hat, bei Punta Christo (das Vorgebirge links) die Einfahrt der Poleser Bucht. Auf der Höhe des Kaps liegt der gleichnamige Panzerdrehturm. Rechts Punta Compare, das Vorgebirge, unter welchem Tegetthoff 1866 die österreichische Kriegsflotte in Führer durch Dalmatien. 6. Aufl. 5