1. Triest. 39 den an der Küste weiter im Westen liegt das Städtchen Isola (9000 E.), pyramidenförmig auf der Uferhöhe erbaut, mit stattlicher Hauptkirche auf dem Rande der Steinbauten, welche die Stadt gegen den Wogenandrang im Norden schützen. Die ansehnlichsten Gebäude (darunter mittelalterliche) breiten sich um den kleinen Hafen. Den Gipfel der Höhe krönen alte Mauern mit Türmen. Isola ist ein beliebter Ausflugsort der Triestiner. Die Weinkultur im Bereiche des Städtchens ist sehr bedeutend; dem »Refosco d’Isola«, einem süßen schwarzen Wein, wird auch der Fremde gerne zusprechen. (Von Isola — oder direkt von Capo-distria — mittels Lokaldampfer zurück nach Triest. Ende der Fahrt am Molo S. Carlo.) Miramar. Fahrgelegenheiten: Entweder mittels Wagen (Einspänner Kronen 4.—\ oder mittels Bahn bis zur Haltestelle »Miramar«. Im letzteren Talle dauert die Fahrt 17 Minuten. Mit dem Wagen 3/ + Stunden. Im Sommer täglich zweimal Lokaldampfer. Elektrische' Straßenbahn bis Barcola (siehe unten). Ein rüstiger Fußgänger legt die Strecke in ll/2 Stunden zurück. Halbwegs zwischen Triest und Miramar das Dorf Barcola (S. Bortolo), mit Weinstuben unter Laubdächern, fast hart am Meere, nur durch die Straße von demselben getrennt. Der Fußgänger wird hier ein Glas Wein zu sich nehmen und dann seinen Weg (3/4. Stunden) nach Miramar fortsetzen. Man gelangt vom Eingangstore direkt zum Schlosse (Photographieren im Parke nicht gestattet!). Dasselbe wurde über Auftrag des Erzherzogs Ferdinand Max im Jahre 1856 durch den Architekten Karl Junker in normannischem Stile aus Kalkstein erbaut. Zum Besuche genügt die Vorweisung einer Visitenkarte. Der Kastellan (1 Krone Trinkgeld. Eintritt per Person 60 Heller) führt den Gast durch sämtliche Räumlichkeiten des Schlosses. Man gelangt aus der Vorhalle in die Prachtgemächer des ersten Stockes und in die engeren kaiserlichen Appartements. Das Bibliothekzimmer enthält unter anderem wertvolle Albums und vier Marmorbüsten auf Säulensockeln: Dante, Goethe, Shakespeare und Homer. Das anschließende Arbeitskabinett ist eine Nachahmung jener Koje, welche der Erzherzog auf der Fregatte »Novarat bewohnte. Weiter durch mehrere Gemächer und durch das mit Trophäen geschmückte Stiegenhaus in das zweite Stockwerk. Hier der große Thronsaal mit einem allegorischen Wandgemälde: Apotheose Kaiser Karl V. Beachtenswert ist ferner ein kleines Kabinett der Kaiserin Charlotte mit vielen Kunstgegenständen und Kuriositäten. In einem anderen Gemache der Schreibtisch der Königin Maria Antoinette usw. Was Miramar zu einem ganz bevorzugten Fleck Erde macht, ist der herrliche Park. Dem Schlosse zunächst erstreckt sich eine mit Erzfiguren (Adoranto!) geschmückte Gartenstraßo mit einer tiefer liegenden Abteilung knapp neben dem kleinen Hafen. Der eigentliche Park nimmt die Küstenabdachung ein. Vielfache Tfade führen durch üppiges Laubdunkel, durch Tunnels oder in Grotten zu trau-