70 3. Pola. dürften Treppenhäuser gewesen sein, durch welche die Leute, welche mit dem Zeltdache, das zum Schutze gegen Regen und Sonne über die Arena gespannt wurde, zu manipulieren hatten, auf- und niederstiegen. Allgemein wird angenommen, daß in der Arena auch Wassergefechte (Naumachien) aufgeführt worden seien und man will die Spuren von entsprechenden Vorrichtungen deutlich erkannt haben. — Von der Arena nehme man den Weg zurück längs des Kais. Das riesige Gebäude am Ufer ist die neue Infanteriekaserne. Dahinter steht der (übrigens wenig interessante) Dom mit seinem isolierten Glockenturm. Weiter folgt (immer hart am Kai) der Landungsplatz mit dem Stabsgebäude und wenige Schritte weiter die Uferstrecke zwischen der Stadt und dem Arsenalgitter. Man schlage die erste Seitengasse links ein, durch die man auf den Hauptplatz (das alte Forum) gelangt. Das in maurisch-gotischem Stil aufgeführte Gebäude mit der offenen Parterreloggia ist das Stadthaus (Munizipalität). In dem engen Seitengäßchen liegt der Tempel des Augustus und der Roma. Er wurde im Jahre 8 n. Chr. errichtet, ist von ungemein zierlichen Dimensionen und auffällig gut erhalten. Der Raum ist beschränkt und finster. Der Tempel hat zeitweilig als Kirche und sogar als Kornkammer (unter der venezianischen Herrschaft) gedient; später diente er als Aufbewahrungsort für Antiken. — Ein Zwillingsbruder dieses Tempels war der Tempel der Diana, der sich auf der Stelle des Stadthauses befand und von dem dermalen nur mehr die Rückfront mit einigen Friesresten erhalten ist. Auf den Hauptplatz zurückgekehrt, schlagen wir den Weg durch die uns entgegensehende Hauptstraße (Via Sergia) ein, an deren südlichem Ende der prächtige Triumphbogen der Sergier steht. Seine Erbauung fällt in die Augustinische Zeit und zwar bald nach der Schlacht von Actium (30 v. Chr.). Gewidmet war das Denkmal drei Mitgliedern der Familie der Sergier. Es ist von einem herrlichen Rostton überzogen und malerisch verwittert. Nicht weit vom Triumphbogen der Sergier befindet sich die gut erhaltene Porta gemina, vermutlich das Haupttor des römischen Pola. — In der Nähe (auf dem Clivo S. Stefano) befindet sich das städtische Museum mit einer interessanten Sammlung von Funden aus der römischen Zeit und dem Mittelalter. Vom Triumphbogen der Sergier nehme man den Weg nach der Arsenalstraße hin, wobei das zierliche Marinekasino — der gesellige Mittelpunkt Polas, eine Schöpfung Tegetthoffs — passiert wird. Der Garten ist voll der schönsten tropischen Gewächse. Hierauf die lange Arsenalstraße entlang, nach den Anlagen von S. Policarpo (auch »Militär-Pola« genannt), wo das Denkmal des Kaisers Maximilian von Mexiko inmitten eines lauschigen