50 2. Von Triest nacli Pola. vielen Nervenkrankheiten, Schwächezuständen nnd Rekonvaleszenz nach schweren Krankheiten. Infolge ihres starken Bromgehaltes ist sie von besonders kräftiger Wirkung. Von der Punta di Salvore an nimmt die Küste Istriens, die bis dahin von Triest ab einen großen Bogen von Nord nach Süd, Südwest nnd West beschrieb, eine südliche, später eine südöstliche Richtung an. Auch die landschaftliche Szenerie wechselt: die Uferhöhen sind bedeutend niedriger als im Bereiche von Pirano, nicht mehr so üppig grün und weitaus spärlicher bewohnt. Wir erreichen nach einstündiger Fahrt ab Pirano UmagO, ein kleines Städtchen, an geräumiger Bucht gelegen. Es hat nichts Bemerkenswertes. Erdbeben haben hier, im Vereine mit dem Wogenspiel, im Laufe der Zeit vielfachen Schaden angerichtet. Die Ufergegend im Süden von Umago gestaltet sich sehr freundlich. Weiterhin die Bucht von S. Lorenzo und kurz hierauf jene von Daila mit dem gräflich Grisonischen Schlosse Castello di Daila. Ein Olivenhain schmückt dieses letztere. Hierauf folgt nach kurzer Fahrt Cittanuova (im Mittelalter Noventium'), ein stilles Städtchen am Nordrande des großen Porto Quieto. Der Hafen selber öffnet sich indes nicht nach der Seite des Porto Quieto, sondern nordwärts. Hervorzuheben ist, daß Cittanuova mehr als dreizehn Jahrhunderte (524 bis 1828) Bischofssitz war. Im Jahre 1687 (am 24. Mai) wurde die Stadt von türkischen Piraten heimgesucht und greulich verwüstet. Der Dom ist ohne Interesse. Der Porto Quieto ist Mündungsbucht des gleichnamigen Flusses, welche der größte auf der istrischen Halbinsel ist. In seinem Unterlaufe durch eine ansehnliche Ebene strömend, befruchtet er in seinem Ober- und Quellaufe ein gartenähnliches Landgebiet (,Valle di Montona), in welchem die Bergstadt Montona (S. 57) liegt. Unweit seiner Quelle liegt Pinguente (S. 60). Die Kiistenstrecke südlich von Cittanuova, beziehungsweise des Porto Quieto, ist ohne Interesse. Nach kurzer Fahrt kommt der Dampfer nach Parenzo (zirka 9000 Einwohner), Bischofssitz, mit Werften, Handel und lebhaftem Fischfang. Die Stadt ist das römische Parentium, von dem noch einige Überreste anzutreffen sind. Man erkennt das Forum in der heutigen Piazza Mirafor wieder, dann die Plattform des Neptun-Tempels mit denen zu ihnen hinauf-fuhrenden Stufen, die Mauerreste und zwei Säulenstümpfe nebst einem Pfeiler des Mars-Tempels. Das plebejische Forum lag an der Stelle, wo heute das ärmlichste Stadtviertel sich erstreckt. Die Grundmauern des Komitiums wurden im Jahre 1845 ausgegraben.