164 17. Von Spalato nach Ragusa. Ausflügler den Vorteil, daß er die gesamte Küstenszenerie von Ragusa wie eine herrliche Wandeldekoration an sich vorüberziehen sieht: die Stadtmauern und ihre Bastionen, die Pile-Terrasse mit den Gärten und Villen dahinter, das Fort S. Lorenzo, die Halbinsel Lapad mit dem Fort Babinkuk und den Pinienhöhen, schließlich das weite Hafenrund von Gravosa. Wo dieses sich öffnet, mündet die Ombla als breiter Strom ins Meer. Im Vorblicke die Inseln Calamotta, Mezzo, Giuppana und Meleda. Die Ombla (auch Reka genannt) ist ein schiffbarer großer Strom, der aus dem Küstengebirge hervorquillt und sofort Mühlen treibt. Sie ist also ein Seitenstück zum Timavo in Istrien, nur mit dem Unterschiede, daß die Ombla weit größer ist und auf dem kurzen Laufe von nur 4 Km. ein breites Tal durchströmt. Früher wurde angenommen, daß der Strom aus der Irebinsica entstehe, einem Flusse in der Ilercegovina, der einige Meilen nördlich von Ragusa (bei Poljica) einen Teil seiner Wassermenge durch einen Schlund verliert und später (nordöstlich von Stagno) in einem zweiten Schlunde gänzlich verschwindet. Neuerdings ist man von dieser Ansicht abgekommen. Die Ombla ist stellenweise 120 bis 141) M. breit. Die Uferhänge des Flusses sind mit Villen, Kirchen und Landhäusern besetzt. Am Gestade liegen Fischerdörfer. Wahrhaft südlich üppig ist die Vegetation, offenbar infolge des Einflusses des frischen Quell- und Flußvvassers. Die Luft ist von bezaubernder Durchsichtigkeit, so daß jedes Detail scharf Umrissen zur Geltung kommt. Den Rückweg nimmt man am besten zu Land und zwar längs der alten Wasserleitung, welche hoch am Abhange über dem Vororte File dahinzieht. Die Ausblicke auf diesen, sowie auf die eine Stufe tiefer liegende Stadt mit der weiten Spiegelfläche des Meeres sind entzückend. Knapp an der Stadtmauer (bei dem Turme Minceta) steigt man auf den Pileplatz herab. 6. Nach dem Fort Imperial. Der Aufstieg ist langwierig und kann im Sonnenbrände sehr unangenehm werden. Die Straße steigt in 27 Serpentinen an. — Von der Höhe genießt man eine wahrhaft großartige Aussicht. Der Blick reicht einerseits bis Curzola, anderseits bis nach Punta d’Ostro, dem Einfahrtstore der Bocche. Rückwärts gewendet, übersieht man einen großen Teil des steinigen, öden Hochlandes — die Bosanka genannt. Auf dieser gibt es Steinhühner, doch ist die Jagd für den des splitterigen und zerklüfteten Terrains Unkundigen sehr beschwerlich. 7. Zu den Platanen von Cannosa (Wagen 3 Stunden für zirka Kronen 20.—; Boot (akkordieren!) 2 Stunden für zirka Kronen 8,—; Dampfbarkassen des Kapitäns Goll Kronen 4.— ; außerdem Dampfschiff der Unternehmung Bacic, das in Cannosa anhält). Es sind zwei herrliche Exemplare, die den berühmtesten dieser Art würdig zur Seite gestellt werden können. Der Weg dahin führt zunächst nach Gravosa und nach Überschreitung der Ombla (mittels Fähre) auf der gewöhnlichen Landstraße nach Stagno und Metkovic. Der in französischem Stil angelegte Garten des Grafen Gozze ist sehenswert. In demselben eine 600jährige