10. Zara 107 breiter und hoher Giebel, von den Seitenschiffen dagegen je ein niedriger Giebel mit Pultdach empor. Im ersteren sieht man vier Reihen von Blendarkaden, deren Rundbogen in der untersten Reihe von einfachen, in den drei oberen Reihen von doppelten Säulen getragen werden. Die zweite und dritte Reihe unterbricht in der Mitte ein gewaltiges romanisches, die vierte ein kleineres gotisches Radfenster. In den Blendarkaden der Seitengiebel kommen bloß einfache Säulen vor. In der Mitte der Fassade befindet sieh das romanische ITanptportal und beiderseits ein kleineres uud niederes, gleichfalls romanisches Seitenportal. Im Tympanon des mittleren Portales erscheint dio heil. Maria mit dem Christuskind und zwei Heiligen, in denen der Seitenportale das Opferlamm. Figuren sind am Haupt- und linken Seitenportale, allerlei Ornamente vornehmlich am ersteren angebracht. Im Innern ist der Dom reich mit Marmor geschmückt. Hervorzuheben ist der auf vier, an den Schäften ornamentierten Säulen ruhende Ciborienaltar aus dem Jahre 1337 (1903 umgebaut); ferner schöne Chorstühle, venezianische Arbeit aus dem XV. Jahrhundert; einzelne Gemälde von Palma dem Jüngeren und Gemälde auf Holz von V. Carpaccio aus dem Cinquecento. Die Krypta hat gleichfalls drei Schiffe. Die Schatzkammer ist reich an kostbaren Geräten, darunter hervorragend eine große, aus Silber getriebene und mit vergoldeten Figuren versehene Capsa zu Ehren des hl. Jakob und ein meisterhaft ausgearbeitetes Pastorale aus dem Jahre 1460 aus vergoldetem Silber und mit Darstellungen im gotischen Stile. Auf der Südseite liegt das sechseckige Baptisterium, das ein großes, sechseckiges, romanisches, rings von Stufen umgebenes Taufbecken enthält. Die auf derselben Seite des Domes gelegene Sakristei dagegen ist ein gotischer Bau. Der Campanile (Giocken-turm), im Jahre 1840 nur bis zum ersten Stockwerke gebaut, wurde 1893 nach den Plänen des englischen Architekten Jackson nach dem Vorbildo des Domturmes von Arbe stilgemäß vollendet. Auch die übrigen Kirchen von Zara sind besuchensw'ert. Hervorzuheben ist die Ki che S. Grisogono, eine romanische dreischiffige Basilika aus dem XI. Jahrhundert. Das Innere ist abwechselnd durch Säulen- und Pfeilerstellungen gegliedert. In der Kirche S. Simeone ist die sarkophagartige Arka des Patrones von Interesse. Sie ist ein 2 M. langer, 1'3 M. hoher und 0/8 M. tiefer Sarkophag, innen und außen mit bildlichen Darstellungen und Ornamenten aus getriebenem Silber verziert. Die Arka enthält den als »unverweslich« geltenden Leichnam des hl. Simeon. Nach der vorhandenen Inschrift hat Elisabeth, die Gemahlin König Ludwigs des Großen (siehe »Zur Geschichte von Dalmatien«,