2. Von Triest nach Pola. 47 seite der Stadt liegt. Die Substrulctionen, welche die ganze Terrasse stützen, auf welcher sich jener erhebt, wurden von den Venetianern za dem Zwecke errichtet, den bei Borawetter anbrandenden Wogen einen Schutzwall entgegenzusetzen. Im anderen Falle würde das Meer die Küste längst unterwaschen und das schöne Bauwerk zum Sturze gebracht haben. Pirano (zirka 13.000 Einwohner. Gasthöfe: Tre Porte, Citä di Trieste). Der Dampfer schwenkt um die Dom-Terrasse und liiuft in den Hafen ein. Pirano ist das römische Pyrrhanum. An geräumiger Bucht gelegen, welche sich nach Südosten erweitert und dieserhalb bei heftigem Nordsturm einer großen Zahl von Schiffen Schutz gewährt, macht Pirano einen sehr malerischen Eindruck. Es steigt in Terrassen an und ist von zerfallenen, von Olivenhainen, Weinpflanzungen und Zypressen umgebenen Kastellmauern gekrönt. Aus dem Vorhafen gelangt man in einem kleineren, nur für Küstenfahrzeuge bestimmten inneren Hafen (Mandracchio), in dessen Nachbarschaft sich die stattliehen Neubauten des Städtchens erheben. Die Gassen der Altstadt sind finster, eng und stellenweise steil ansteigend. Auf der stattlichen Piazza Tartini das Denkmal des berühmten Violinvirtuosen Tartini, eines Piranesen. Sehenswert vor allem äst der Dom mit seiner riesigen Georgsstatue aus Bronze, welche statt der Windfahne auf den Turmhelm aufgesetzt ist und an i'hrerstatt funktioniert. Die Statue bewegt sich nämlich auf einer Drehscheibe. Von der Dom-Terrasse aus prachtvoller Fernblick auf den Triester Golf, das Gestade und die im Hintergründe sich emportürmenden Alpen. Besonders imposant der Triglav (im Norden) und der mächtige Kanin (links, scheinbar ganz losgelöst von seiner Umgebung). Im Südosten von Pirano erstrecken sich die Salinen von Sizziole. Sie sind die bedeutendsten in Istrien und bedecken einen Flächenraum von 628 Hektaren. Die 7034 Salzgärten liefern bis 560.000 Meterzentner Salz. Die Manipulation bei ■der Salzgewinnung ist sehr einfach. Größere Becken, die mit Meerwasser gefüllt werden, stehen mit eingedämmten, kammerartigen Einfriedungen von geringer Tiefe und viereckiger Grundform in Verbindung. In den Becken muß das Wasser durch einige Tage »abstehen«, bis es durch ein System von Schleusen in die Kammern geleitet wird, wo es unter den Einwirkungen von Sonne und Wind rasch verdunstet und die Salzschollen zurückläßt. Nachdem auch diese durch einige Zeit im Freien getrocknet haben, wandern sie in die Sudhäuser. Die Wiederholung des Vorganges hängt selbstverständlich von der Raschheit der Verdunstung ab. An verschiedenen Stellen der Bucht von Pirano sieht man langgestreckte, eigentümliche Gebäude; es sind die Salzmagazine. Die Salinen besucht man am besten vom Seebade Portorose aus (siehe unten), in dessem Bereiche sie liegen. ln der Bucht zwischen Pirano und den Salinen einerseits und der Punta di Salvore (der Westspitze von Istrien) anderseits fand am Himmelfahrtstage 1177 eine große Seeschlacht zwischen den vereinigten Geschwadern der Genuesen, Pi-saner und Kaiser Barbarossas und der Flotte des Dogen Ziani statt, in welcher letzterer Sieger blieb. Hierbei geriet des Kaisers Sohn Otto mit dem Admiralschiffe in die Hände der Sieger. Auf der Punta di Salvore erhebt sich ein präch-