108 10. Zara. S. 10) im Jahre 1380 die Arka, welche ein Mailänder Goldschmied (Franziskus) anfertigte, gestiftet. In der Kirche (und dem Kloster) der Benediktinerinnen S. Maria sind wertvolle Altarbilder von Palma Vecchio und Bassano. In der Franziskanerkirche findet man Gemälde von Gian Bellini und Carpaccio, dann ein neues großes Freskobild von einem einheimischen Meister (Salghetti). In der Kirche S. Michele ist das alte symbolische lielief im Tympanon merkwürdig. Wir erwähnen noch die, ihrer Bestimmung längst enthobene, uralte Kirche S. Donato. Sie bildet einen Kundbau mit drei Apsiden und hat einen Umgang, welchen sechs Pfeiler und zwei Marmorsäulen (Giallo antico) tragen. Aus einer Inschrift und aus vielen in den bloßgelegten Fundamentmauern im Innern der Kirche befindlichen lömischen Steinen will man schließen, daß das Heiligtum aus den Trümmern eines Tempels der Juno Augusta (zu Ehren der Gemahlin des Augustus so genannt) entstanden sei. Der jetzige Bau rührt nachweislich aus dem IX. Jahrhundert. Er dient jetzt als Antilcen-Museum, das besuchenswert ist (Sammlung von römischen, griechisch-illyrischen und anderen Objekten, Münzen- und Inschriftensammlung, Schmuckgegenstände). Außer den Kirchen besitzt Zara wenig architektonisch merkwürdige Bauten. Den alten Turm Buoi'o d’Antona haben wir erwähnt. Man nimmt an, daß hier einst das Haupttor der Stadt gewesen sei. Andere noch vorhandene Tore sind die Porta Terra Ferma, ein AVerk des Baumeisters Sammicheli, dessen Namen man in Zara öfters begegnet und die Porta Marina (ein römischer Ehrenbogen mit der antiken Weiheinschrift im Friese) mit flachen Pilastern korinthischer Ordnung und einem von den Venezianern ausgeführten barocken Aufbau. Von und zu diesen Toren ziehen die Hauptstraßen, von denen wir die Calle larga, Cálle del Duomo und Calle Marina erwähnen. Diese Straßen münden auf die größeren Plätze, deren bedeutendster die Piazza dei Signori ist. Auf ihrem glatten Steinpflaster lustwandeln beim Klange einer Militärkapelle die außergewöhnlich zahlreich vertretenen Beamten und Offiziere mit ihren Damen und die Elite der Gesellschaft. Hier befinden sich das Café Cosmacendi und das empfehlenswerte Café Centrale. Den schönsten Spaziergang bietet der herrliche Blazekovic-Park (vor der Porta Terra Ferma) mit einer Fülle exotischer Pflanzen und solchen der Mittelmeerfiora. Zur Seite die langgestreckte Neue Kaserne.