10 1358 1382 1385 1401 1409 1429 1617 1699 1718 1797 1805 1810 1811 1848 1852 Zur Geschichte von Dalmatien. ein großer mittels Hilfe von italienischen Alliirten (Genua, Aquileji Görz etc.) his ins venezianische Gebiet getragener Krieg brachte d( Republik den vollständigen Verlust von Dalmatien. — So standen di; Dinge in der Mitte des XIV. Jahrhunderts. Im Jahre 1382 schied Ludwi der Große aus dem Leben und nun bildete sich in Dalmatien eine Lig welche die Nachfolge der Königstochter Maria nicht anerkannte ur. Karl den Kurzen von Neapel berief. Dieser betrat im Jahre 1385 da matinischen Boden und empfing noch in demselben Jahre die Königskron wurde aber einige Monate später von Anhängern der Gegenpartei ermorde; Schließlich gelang es dem König Sigismund, Gemahl der bereits frühe \ gekrönten Königin Maria, das Zepter an sich zu reißen, wobei Venedi I zu dessen Gunsten interveniert hatte. Dieses glaubte nachträglich di||j Erfahrung gemacht zu haben, daß Sigismund die erhaltene Unterstützuu. ^ mit Undank gelohnt habe und stellte sich auf die Seite Ladislaus1 vo:^ Jj Neapel, eines Sohnes des ermordeten Königs Karl, der 1401 in Dalmatiei siegreich einzog, nach wenigen Jahren aber seinen Gegnern unterlag. E|£ verzichtete auf Krone und Land und zwar nicht zu Gunsten seine: I Gegners, sondern zu Gunsten Venedigs (1409). Im Jahre 1419 traten zum ersten Male die Osmanen auf die dalma tinische Schaubühne. Sie hatten sieh im Hinterlande festgesetzt uni j brachen vom Jahre 1462 an regelmäßig in das Littorale ein. Gleichwoli gelang es der Republik, dem Vordrängen des neuen Feindes Schrankei zu setzen und ihren Besitzstand sogar zu vergrößern. Damals und späte: war das venetianische Dalmatien in drei Teile geteilt: 1. Das vecchu acquisto (die »alte Erwerbung«), zu dem alle Inseln und Küstenplätze uni überhaupt alle nicht durch Waffengewalt gemachten Erwerbungen gc^ hörten, Scardona ausgenommen, das die Republik den Türken abgenommei ] hatte. Das vecchio acquisto umfaßte das Landgebiet zwischen Zara, Novi- L grad, Salona, Clissa und den Strich zwischen diesem festen Platze und i Spalato. Er ist der eigentliche altvenezianisehe Besitz in Dalmatien® — Das nuovo acquisto, das mit Waffengewalt erworbene Gebiet, fiel der 1 Republik im Frieden von Carlowitz (1699) zu und begriff, begrenzt durcli die sogenannte »Linea Mocenigo«, einen großen Teil des ehemaligen : Distriktes von Zara, Sebenico und Trau, die Distrikte Knin und Dernis, Teile der Distrikte von Scardona, Spalato, Sinj, Almissa, Macarsca und Narenta. — Das nuovissimo aquisto fiel den Venezianern gegen die Abtretung Moreas im Friedensschlüsse von Passarowitz (17 i8) zu und umfaßte einen Teil der südlichen Distrikte Knin und Sinj und einen kleinen Gebietsteil der Distrikte Almissa und Macarasca nebst dem Orte Imoski. — Das venezianische Dalmatien erstreckte sich also zur Zeit seiner größten Ausdehnung von der Insel Cherso bis zur Narenta Ragusa war gleichfalls Republik, stand aber unter einem venezianischen Proveditore. In der Hauptsache änderten sich die Territorialverhältnisse in Dalmatien bis Ende des XVIII. Jahrhunderts wenig. Nach dem Erlöschen der venezianischen Republik (1797) gelangte das venezianische Dalmatien im Frieden vön Campo/ormio an Österreich, dem sich auch Gattaro unterworfen hatte. Allein schon wenige Jahre später (1805) mußte Österreich auf Grund der Traktate des Preßburger Friedens Dalmatien an Frankreich abtreten. Mit den Franzosen kamen 10.000 Mann ins Land und wurde einstweilen ein einheimisches Kontingent — die Legione dalmata — organisiert. In Ragusa und Cattaro bestand keine Konskription. Im Frieden von Wien (1810) fiel Dalmatien neuerdings an Österreich. -Während der Franzosenkriege wurde in Dalmatien häufig zwischen Frankreich und seinen Gegnern Österreich, England und Rußland gekämpft und fand unter anderem ein starkes Seetreffen bei Lissa im Mai 1811 statt, in welchem die Franzosen den Engländern unterlagen. — Österreich vereinigte den neuen dalmatinischen Besitz zum Königreich Dalmatien. Bis zum Jahre 1848 war der jeweilige Gouverneur Dalmatiens zugleich Zivilund Militärchef: hierauf (bis 1852) war der Gouverneur ein Stellvertreter