2. Yon Triest nach Pola. 57 Grafen von Istrien dem Patriarchen von Aquileja abgetreten und kam schließlich 1412 in den Besitz von Venedig. Die Häusermasse des Städtchens -wird von einem hohen Kirchturme überragt. Die Abhänge sind mit Oliven bestanden. Die Bahn nimmt weiterhin eine sehr interessante Entwicklung. Allenthalben sieht man Ortschaften auf isolierten Bergkegeln. Bald hinter der Haltestelle Tribano, mehr noch aber nach dem Verlassen der Station Grisignana, gestaltet sich die Fahrt sehr malerisch. Hoch über dem Quietotale, das rechter Hand in der Tiefe sich zieht, entwickelt sich die Linie, mit Berührung der Haltestellen von Castagna und Piemonte in dem vielgestaltigen Terrain, das nordwärts das Quietotal begleitet. Auf hohem Bergrücken erscheint das Städtchen Portale (Haltestelle), von wo eine steile, in scharfen Serpentinen angelegte Straße ins Tal hinabführt. Bald hinter der Haltestelle Portole ist die Station S. Stefano erreicht. Der Ort präsentiert sich ungemein malerisch, auf einem 100 M. hohen, fast senkrecht aus dem Tale sich erhebenden Felssockel. Auf seinem Gipfel, der schwer zu erreichen ist, finden sich Spuren von uralten Mauern, Keste eines namenlosen menschlichen Adlerhorstes. Am Fuße des Felsens liegt das Schwefelbad S. Stefano (Temperatur der sehr heilkräftigen Therme 30° R). Der Ausblick vom Badehause auf das von dem rauschenden Quieto durchströmte Tal ist sehr schön. Die felsigen und steilen Berghänge zu beiden Seiten des Tales schließen mehrere, meist unzugängliche Tropfsteingrotten ein. Die schönste darunter ist die dem Badeorte zunächst liegende Grotte von S. Stefano. 1 Stunde nördlich von S. Stefano liegt S. Dregna, Geburtsort des istrischen Apostels, des heiligen Girolamo, mit den Ruinen des Stridonia der Römer. Die Bahn verläuft nun im großen und ganzen wieder in westlicher Richtung und erreicht zunächst die Station Montona, eine der historisch merkwürdigsten Städte im Innern von Istrien. Daß Montona eine römische Niederlassung gewesen, bezeugen die gefundenen Inschriften und Sarkophage. Im X. Jahrhundert soll es dem Bischof von Parenzo unterstellt gewesen sein, später wurde es von den Bischöfen an die Grafen von Istrien in Lehen gegeben, die noch im Jahre 1112 es erblich besaßen. Hierauf kam es au die Patriarchen-Markgrafen und im Jahre 3276 erkaufte sich Montona von diesen durch Zahlung eines jährlichen Tributs seine vollkommene Freiheit. Es bildete nun kurze Zeit hindurch ein republikanisches Gemeinwesen, bis es, von dem Grafen von Mitterburg (Pisino) und seinen Verbündeten hart bedrängt, sich unter den Schutz von Venedig begab (1278). Wie die Binnenstädte Istriens, erhebt sich auch Montona malerisch auf hohem Bergkegel. Eine Serpentinenstraße führt hinauf. Man kommt zunächst in die »Vorstadt« (Borgo) und hieraus durch ein altes, mit dem Markuslöwen geschmücktes Tor in