362 VON SPALATO NACH SINJ UND IMOSKI. habe hier einst einen Drachen getödtet und den abgehauenen Kopf in einen See geworfen. Seither stinke es in der Gegend und habe diese den Namen Smradovo erhalten. Zwischen Otok und Öitluk geht in hübschem Gelände über Bilibrig, wo seit 1835 der türkische Grenzmarkt abgehalten wurde, die grosse Strasse nordöstlich, welche den Prolog in 1122 Meter Seehöhe überschreitet Lind sich jenseits zur Hochebene des bosnischen Livanjsko Polje hinabsenkt. Von Sinj nach Imoski.1 Von Sinj führt am Westrande des Sinjsko Polje eine Strasse südlich, welche schon in der Bömerzeit Bedeutung hatte. Etwa 1 Kilometer vor Trilj, bei welchem Orte die Cetina aus dem Sinjsko Polje in jenen schluchtartigen Canon tritt, den sie in ihrem ganzen ferneren Laufe bis Almissa (Omi§) nicht mehr verlässt, stand nämlich Delminium,’ die alte Hauptstadt der Dalmater, die besonders im II. Jahrhundert v. Chr. eine geschichtliche Bolle spielte. Die Dalmater, welche von einigen Historikern für Kelten gehalten werden — gleich den einstigen Japyden an der croatischen Küste und den alten Pannoniern — traten damals in Gegensatz zu dem illyrischen König Gentius und schliesslich in jenen hartnäckigen Kampf mit Bom, dem 156 v. Chr. Scipio Nasica durch die Zerstörung Delminiums ein Ende machte. Dass die Dalmater damals keine Barbaren mehr waren, bezeugt eine uns überlieferte Nachricht, wonach Asinius Pollio aus seinem dalmatinischen Eeldzuge eine ganze Bibliothek als Kriegsbeute nach Bom brachte; auf die Stärke der Befestigungen Delminiums aber kann aus den noch erhaltenen Besten seiner dreifachen Mauer geschlossen werden. Die Buinen liegen bei der Localität Gardun, deren Name ebenso wie jener des weiter westlich gelegenen Dorfes Vojnic Soldat bedeutet. Die Bezeichnung erinnert sowohl an das alte Heerlager der Dalmater, als auch daran, dass in Delminium später die VII. römische Legion stand, wie in Burnum bei Kistanje die XI. Bei Trilj übersetzt die Strasse die Cetina und verbleibt nun circa 3 Kilometer nahe dem linken östlichen Ufer, bis in die Gegend, wo sich jenseits des Flusses der, einst dem Edlen Zarko Draäcevic zu eigen gewesene, seit Beendigung der Türkenkämpfe in Verfall begriffene und bereits zur Buine gewordene Thurm Nucak erhebt. Die aus dem Sinj er Felde nun schon wieder um 100 Meter gestiegene Strasse läuft jetzt etwas östlich der tiefeingeschnittenen Cetina und erreicht bei der Kirche und dem Posthause von Ugljane (18% Kilometer von Sinj) 1 72 Kilometer Postwagenfahrt in 9 */2 Stunden für 3 fl. 60 kr. 2 Einige Archäologen verlegen diese ^Stadt an eine andere Stelle, u. zw. an die westliche Seite des Bezirkes Zupanjac in Bosnien, welcher an die Bezirke Imoski und Sinj grenzt. Dort findet man auch thatsächlich Buinen, die sich auf Delminium beziehen sollen.