342 AUSFLÜGE VON SPALATO. Die Wasserleitung begann bei der nur 33 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Jaderquelle und hatte bis zu dem Diooletianpalaste eine Länge von 9 (in der Luftlinie 7) Kilometern. Zunächst verlief sie am Gehänge des Hügels Mravince, dessen Bücken mittelst eines 12 Meter langen Tunnels unterfahren wurde. Drei Kilometer von der Quelle war dann die erste Thalübersetzung nöthig, welche mittelst einer 180 Meter langen Flucht von Bogenstellungen bewerkstelligt wurde. Die Bogen ruhten auf 13 viereckigen Pilastern, welche bei 2 Meter Breite bis zu 16 */, Meter Höhe erreichten. Im weiteren Verlaufe waren dann noch sechs Terraineinschnitte zu übersetzen, das bedeutendste bei Dujmovaöa, wo 22 im ganzen 160 Meter lange Bogen bestanden. Der Aquäduct war massiv aufgeführt und trug eine mit Cement verputzte Wasserleitungsröhre von 1 Quadratmeter Querschnitt, in welcher da und dort oberseitige Öffnungen angebracht waren, so dass man Wasser zur Berieselung der nahen Felder ableiten konnte. Trotz ihres massiven Baues verfiel die Wasserleitung im Mittelalter und ihre vom Volke Suhi most genannten Bogen standen als Buinen, bis die Nothwendigkeit, Spalato reichlicher mit Wasser zu versorgen, als dies die bis dahin gebräuchlichen Wasserwagen vermochten, im Jahre 1868 zur Restaurierung des diocletianischen Werkes führte. * Die Eisenbahn übersetzt nun den Weg, welcher von Dorf Vranjic nach rechts zu dem Punkte führt, wo die von Spalato kommende Reichsstrasse die alte türkische Brücke über den Jader passiert, um sich vor einer Granitsäule in die Strassenzüge nach Traù und Clissa zu theilen. Dann überschreitet auch die Bahn den Jader nahe seiner Mündung und zieht am Anfang der „Riviera der Sieben Castella“ nordwestlich zur Haltestelle Salona hin, von welcher man die nach Trau führende Reichsstrasse erreicht. In den Ruinen von Salona. (Siehe den Plan.) Wer genauer auf die archäologischen Schätze Salonas ein-gehen will, dem steht heute ausser einer grossen Zahl reinfachlicher Publicationen1 besonders die gediegene „ Guida di 1 U. G. Lanza, Monumenti Salonitani inediti. (Denkschriften der k. k. Akademie der Wissenschaften, 1856, Band VII); Professor A. Oonze, Über zwei Sarkophage aus Salona (Denksch. Band XXII); Glavinic, Über Ausgrabungen bei der grossen Basilika (Mittheilungen der k. k. Centralcommission zur Erhaltung historischer Denkmale, 1877); Carrara, Topo-grafia e scavi di Salona; Bulic, Colonia Julia Martia Salona; endlich Bulic in den Jahrgängen des „Bulletino di Archeologia e Storia Dalmata“ und Hirschield, Fortsetzung des Mommsen’schen Corpus inscriptionum latinarum. (Römische Inschriften Dalmatiens, davon 3000 aus Salona.)