AUSFLUG NACH CLISSA. 357 und mit zwei auf die Markezina-Greda geschafften Kanonen die Veste am 10. October zu beschiessen begannen, so dass der französische Commandant am 28. October capitulieren musste. Seit jener Zeit lag ein von einem Officier commandiertes Detachement in Clissa. Da aber die Veste von der Markezina-Greda eingesehen wird nnd strategisch nur massigen Wert hat, wurde 1898 der grösste Theil der Kriegsvorräthe herabgeschafft und die Besatzung gleich der mancher anderen alten Venetianer-Veste in Dalmatien auf ein Unterofficiers-Detachement reduciert. Trotz der zur Zeit geringen militärischen Wichtigkeit Clissas ist der Anblick der mächtigen in Ecken gebrochenen Mauern und der dahinter aufragenden Rundthürme ein imponierender. Ganz nahe gekommen, sehen wir vor dem Wirtshaus am Sattel einen Weg rechts emporziehen, der sich anfangs auf verhältnismässig sanftem Gehänge hält. Plötzlich aber erhebt sich aus diesem eine Steilwand, und auf dieser ziehen nun die Festungswerke weit landein, um östlich in praller Mauer abzufallen. Gehen wir hinauf, so kommen wir entlang der Aussenmauer, in deren Ritzen prächtige Pyramiden-Glockenblumen blühen, zu der Pforte, welche die Inschrift trägt: Franciscus I. Imperator 1825. Nach den Türken, Venetianern und Franzosen haben nämlich auch die Österreicher an der Festung gebaut, in deren Innern sich gleichwohl keine besonderen Sehenswürdigkeiten finden. Selbst die hier bestandene, noch auf Plänen des XVII. Jahrhunderts ersichtliche Dzamija ist verschwunden. Prachtvoll ist von der Festung die Fernschau gegen Westen, sowie ein Tiefblick auf Dorf Clissa und die Schieferschlucht im Süden; spaziert man aber vom Sattelwirtshause gegen Osten, so erreicht man bald den Punkt, wo sich Küsten- und Binnen-Dalmatien scheiden und ein radicaler Wechsel der Landschaftsphysiognomie stattfindet. Noch eine Mulde nämlich, in der Wein-und Olivenculturen Vorkommen, und dann beginnt der Getreidebau, sowie überhaupt die an die fruchtbaren Karstgelände Krains mahnende Physiognomie der Gelände, welche sich gegen Sinj hin ins Innere Dalmatiens erstrecken. ----