418 DIE MITTELD ALM ATI NISCHEN INSELN. Meeresspiegel ein mit 10 bis 12 Mann besetztes Boot ungehindert passieren und in den von schroffen Kalkwänden eingefassten, fast geradlinigen Canal eintreten, den in der ersten Hälfte tiefe Dunkelheit einhüllt. Kommt man weiter, so macht sich im Vordergrund ein eigentümlich gedämpftes Dämmerlicht bemerkbar, und die anfangs dunkelblaugrüne Farbe des Wassers geht in ein leuchtendes, helles Himmelblau über; kaum aber ist das Ende des Canals erreicht, wo der Kahn nach rechts abbiegt, so sieht man sich in einen hohen und weiten, über schimmernder blauer Flut gespannten Raum versetzt, wo alles Sichtbare wie von magischem Schimmer umflossen erscheint, die Ruder in der blauen durchsichtigen Flut silberweiss glänzen und auch eingetauchte Gegenstände unter dem Wasser wie mattglänzendes Silber leuchten. Ungefähr in der Mitte des Raumes, wo sich die Decken Wölbung am höchsten spannt, sieht man die wie flüssiges Perlmutter schimmernde lichtblaue Flut durch einen wasserklaren Streifen — eine seichtere Stelle, wo man bis auf das Gestein am Grunde blickt — in zwei Becken getheilt1 und nimmt die den Abschluss der Grotte bildende Felswand wahr, die nur wenig unter den Wasserspiegel taucht und unter der 16 bis 18 Meter tiefen Wassermasse ein ebenso hohes 10‘/2 Meter breites Thor bildet, jenseits welchem der Wasserspiegel im Freien liegt und Belichtung erhält. In der linken Ecke setzt die Grotte in einem erhöht situierten engen Gange fort, durch den — wie beim Grotteneingang — direct Tageslicht einfällt und dem Felsen einen rötblichen Schimmer verleiht. Das Gefelse ist lichtgrauer, im Bruch W'eisser Kalkstein, und obzwar oberflächlich vielfach gespalten, doch so fest im Gefüge, dass selbst wackelnde Bruchstücke wie eingeklemmt erscheinen und sich nicht herausziehen lassen. Geröll fehlt bei der Steilheit der Gehänge vollständig und wer ein Stück Gestein als Andenken mitnehmen will, bedarf eines mitgebrachten Hammers oder Steines, um sich ein Partikel loszuschlagen. An der linken Seite der Hauptgrotte kann man sich an Felsvorsprungen leicht aus dem Kahn aut eine aus Gesteinblöcken unregelmässig geformte Felsleiste hinaufschwingen, die einen Totalüberblick der Grotte gewährt. Vor dem Eingang der Grotte stehen häutig Jungen aus Busi und bieten Stücke des Brandungsgeklippes dar, das ganz zerfressen und so innig mit zahlreichen Meerthieren und Meerpflanzen bewachsen erscheint, dass es selbst nach erfolgter Trocknung lange einen scharfen marinen Geruch behält.2 1 Die Gesammtlänge beträgt 31 Meter, die Breite 1B bis 17 Meter. 2 Bei der Fahrt von Comisa nach Busi nimmt das Boot Direction gegen die Bucht, in welcher eine kleine Gruppe von Uferhäuschen steht, und wrelche durch einen fast ganz von der Flut umspülten kahlen schildförmigen Fels-btichel von einer zweiten, links gelegenen Bucht getrennt wird, in deren Hintergrund man gewöhnlich einige Kähne bemerkt. Noch weiter links erhebt sich die hohe, im allgemeinen von rechts unten nach links oben geschichtete Felswand, in welcher sich — Lind zwar als östlichste von fünf Uferhöhlen — der Grotteneingang öffnet.