336 AUSFLÜGE VON SPALATO. der Felswand zu schwindelnder Höhe emporziehen. Hier hausten einst Bergmönche, und hier hat man über die Wein- und Olivengehänge der südlichen Marjanseite hinab eine entzückende Schau über das Meer, gegen Süden, wo nun nicht bloss die Küsten von Brazza und Solta, sondern darüber auch Eckchen von Lesina und der 60 Kilometer entfernten Insel Lissa in Erscheinung getreten sind. Wie viele Fremde wohl hier dereinst die zaubervolle Schönheit der dalmatinischen Küstenlandschaft geniessen werden? Und wann wohl auch hier geräuschvolles Saisonleben der stillen Mönchsbeschaulichkeit folgen wird, wie vor anderthalb Decennien im Quarnero in der alten Abbazia San Giacomo ? In etwas ist übrigens schon heute der Anfang zur Würdigung des herrlichen Erdenfleckchens gemacht. Ersteigen wir nämlich, zu dem oberwähnten Sattel zurückkehrend, den Bergrücken, so finden wir hier einen, am Nordgehänge östlich führenden Kammweg, der zwar anfangs in wüstem, mir mit Büschel- und Gestrüppvegetation bedeckten Terrain hinführt, zu dessen Seite aber plötzlich Anpflanzungen der hellgrünen Meer-strandföhre auftauchen, die schliesslich in einen förmlichen Niederwald übergehen. Hier stossen wir dann auch auf die neu gebaute Strasse, durch die man von der Stadt her jetzt sehr bequem an den Nordflanken des Monte Marjan emporkommt. Noch bevor diese Strasse erreicht wird, fesselt die nun noch schöner als vorhin erschlossene Tiefschau auf die Herrlichkeiten des Salonitaner Golfes. Auch fallen am Wege immer wieder grosse, das Karstgestein wie Auswüchse bedeckende ockergelbe Knollen auf. Zerschlägt man einen solchen Knollen, so sieht man, dass er unter weisser Rinde eine ganz braunschwarze homogene Gesteinsmasse birgt. Diese Horn- oder Feuersteinknollen muthen wie Pendants zu den unten am Strande zu findenden Löchern der Pholaden an, walzenförmigen Vertiefungen, welche die Bohrwürmer wohl nicht bloss mechanisch in den Kalk, ja, in den Marmor höhlen. Vielmehr dürfte auch eine ätzende, das Gestein chemisch angreifende Substanz eine Rolle spielen, welche diese pfefferartig schmeckenden Meerthiere absondern. Das Endstück der neuen Strasse führt bis zu einer durch ein Steinkreuz gekennzeichneten Bella-Vista und hier, bei einer Arbeiterhütte, die zur Zeit gelegentlich als ambulante Wein-