TRAÜ. 275 vollen Natürlichkeit findet und zugleich weiteren Horizont geniesst. Hiezu bieten sich von Trau aus drei Ausflüge: Ostwärts entlang der Riviera der Sieben Castelia (siehe Capitel XVII), westwärts nach der Anhöhe Draga und südwärts nach dem Kloster D r i t auf der Insel Bua. Nach Draga. Draga nennt sich eine Anhöhe längs der Sebenicoer Strasse, die westlich von Trau die Planken des Vlaäka-Berges hinanklimmt, um das Karstplateau zu gewinnen. Sie liegt nur wenige Kilometer von Trau entfernt und der Ausflug dahin ist umso empfehlenswerter, als er am Garten des Conte Fanfogna-Garagnin vorüber zu dem schönsten Übersichtspunkte über die Stadt führt. Ungemein lieblich liegt da Trau mit seinen altersgrauen Häusern und Mauern, seinem hohen Thurme und seinen beiden Brücken eingebettet in eine der vielgestaltigsten Landschaften, welche Dalmatien aufzuweisen hat. Sowohl gegen Osten, als gegen Westen weitet sich der schmale Meercanal von Trau rasch: Dort zum Canale delle Castelia, den die schöne grüne Riviera mit ihren weissblinkenden Dörfchen besäumt, hier die Saldon-Bucht, deren Ufer gegen Westen weit hin ziehen und sich von der ebenen Riviera durch ihren hügeligen Charakter auszeichnen, der zwischen Trau und Bossogjina zur Entstehung von nicht weniger als drei der Madonna della Neve geweihten Höhenkirchlein Anlass gegeben iiat. Die schönste Aussicht aber entfaltet sich gegen Süden, zwischen der Punta Jelinac und dem Westcap der Insel Bua hinaus über kleine Scoglien auf die Inseln Zirona und Solta, zwischen welchen der Blick noch die 55 Kilometer entfernten Höhen der Insel Lissa erfasst. Auch über Bua sehen wir zum Theil hinüber, auf Solta und Brazza, aus dieser Perne aber kehrt der Blick immer wieder in die Nähe zurück, wo das Blau des Meeres von Geländen umrahmt wird, die besonders im Vorfrühling, wenn mit dem hellen Grün der Reben und dem Silbergrau der Ölbäume der Flor der hier zahlreichen Mandelbäume contrastiert, einen bezaubernden Anblick gewähren. Auf die Insel Bua (Ciovo). Nicht zum Wenigsten wird auf Draga die Aufmerksamkeit von der Insel Bua in Anspruch genommen, an deren Nordostküste sich ja die Vorstadt gleichen Namens hinzieht, die mit Traü durch die schon erwähnte Steinbrücke verbunden ist. Bua, das bei den antiken Autoren Bubus, Bavo oder Boas heisst, scheint in frühbyzantinischer Zeit als Verbannungsort gegolten zu haben. Es wird nämlich berichtet, Kaiser Julian habe den Florentinus, Kaiser Valens den Immelius hieher ins Exil geschickt und auch der Häretiker Jovi-nianus habe hier als Verbannter gelebt. Ein Kloster entstand auf Bua schon 1214, als ein Vorfahre des Geschichtschreibers Lucius den Franziskanern seine Verlassenschaft widmete; 18*