320 SPALATO. Die II. Vitrine birgt besonders Fibeln d. h. Verschlussnadeln, wie solche vom IV. Jahrhundert v.Chr. an gebräuchlich w'aren; ausserdem zwei interessante antike Tintenzeuge, und einige Talismane, deren Object die croatischen Bauern, welche solche Funde dem Director Bulic bringen, verschämt immer nur als Zivinica („das kleine Thierchen“) bezeichnen. Die 111. und IV. Vitrine sind den Objecten aus Glas gewidmet, und enthalten u. a. farbige Glaspasten (Glasflüsse), die zum Einlegen in Möbel dienten. In der V. Vitrine bemerkt man ausser Metallspiegeln besonders eine Jupiter-Statuette und eine interessante Sammlung alter Gewichte; die VI. zeigt ausser Glasnadeln mehrere mit Gold eingelegte, für die Glastechnik interessante Parfümfläschchen, Kinderspielzeug (u. a. hohle Schwäne ohne Füsse zum Schwimmen im Wasser), ferner Fläschchen, die bei der Vei--brennung der Leichen schmolzen u. dgl. Über dieser Vitrine ist eine Collection antiker Hacken, Schwerter und Scheren aufgehängt. Hochinteressant ist die Sammlung von Thonkriigen und Lämpchen (Lucernen), welche die IX. Vitrine enthält. Denn man sieht hier vom einfachsten Lämpchen alle Formen bis zum Thierkopf und selbst humoristische Darstellungen in Thon, wie „Die Verlegenheit des Diomedes“ fehlen da nicht. In den Vitrinen X und XI sind die Gemmen und Cameen untergebracht und in den Vitrinen XII und XIII ein Theil der Münzensammlung, welche wohl für die Adrialänder zu den reichhaltigsten gehört. Da finden sich pharische aus der griechischen Periode der Insel Lesina stammende und altillyrische Münzen, sowie allein einige hundert Goldmünzen aus der römischen Kaiserzeit. Ihnen schliessen sich byzantinische Münzen, venetianische Ducaten, ragusäische und bosnische Münzen an, in solcher Fülle, dass man vor dem Münzenkasten allein Tage verbringen müsste, wollte man alle Stücke genau in Augenschein nehmen. In dieser ersten Abtheilung des Museums wird man sich auch in das Fremdenbuch einzeichnen, das unterm 27. Juni 1891 die Unterschrift Seiner Majestät unseres Kaisers enthält II. Abtheilung. (Hans Pimitrovic am Put G-imnazije.) Die zweite Abtheilung des Museums ist besonders durch ihre Sarkophage und christlichen Grabinschriften wichtig. Hier steht u. a. der Sarkophag der Attia Valeria, in welcher die bedeutendsten Goldfunde gemacht wurden (Nr. 1634), ferner ein Sarkophag in Gypsabguss (Original im Budapester Museum), zu dem später Originalergänzungen in Salona aufgefunden wurden (Nr. 176). Unter den zahlreichen Inschriftsteinen befindet sich hier der einzige, welcher — ohne sonstigen Inhalt — Titel und Namen Diocletians enthält (Nr. 1340); ferner die einzige doppelsprachige Grabschrift (griechisch und lateinisch), weiters die letzte Alterthumsinschrift, die in Salona gefunden